Von Höngg bis Wien

Nachdem wir endlich alles gepackt hatten, stand uns der schwierigste Teil der Etappe bevor. Es hiess Abschied nehmen von Familie und Freunden, Abschied nehmen von der gewohnten Umgebung. Die ersten Etappen wurden bewusst kurz gestaltet und am Abend genossen wir jeweils Gastrecht bei Freunden, die uns in jeder Hinsicht verwöhnten. An dieser Stelle nochmals vielen Dank! Auf der einen Seite war es schön immer wieder gute Freunde zu treffen, aber auf der anderen Seite fiel es uns auch nicht einfach, immer wieder von neuem zu gehen.
Die Zeit auf dem Velo vergeht unheimlich schnell und obwohl wir uns immer noch in einer "gewohnten" Umgebung fortbewegen und die Sprache noch verstehen, erleben wir doch jeden Tag Neues. Oft sind es nur die spontanen Gespräche mit Einheimischen, zum Beispiel wenn wir uns nach dem Weg erkundigen. Die Leute sind vorwiegend noch sehr zurückhaltend, aber immer hilfsbereit. Es ergeben sich immer wieder lustige Zwischenfälle und es fällt einem schon hier auf, das die Leute einfach alles ein bisschen gelassener nehmen, immer wieder Zeit für ein Schwatzerl haben ;-)

Zu Beginn herrschte noch idealstes Reisewetter mit angenehmen Temperaturen. Das wechselte frühestens ab dem Bodensee. Am Vorabend campierten wir noch „wild“ am See und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen vor dem Eindunkeln, aber bereits in der Nacht fing es an zu stürmen und wir mussten uns beide aus den Schlafsäcken schälen um das Zelt besser zu verankern. Prompt setzte danach starker Regen ein und auch das Morgenessen musste im Zelt eingenommen werden. Die ersten Aufhellungen wurden sofort ausgenützt um das Zelt abzubrechen, alles wieder einzupacken und den Weg fortzusetzen, Richtung Allgäu. Hier erwarteten uns bereits die ersten gröberen Steigungen. Die "böse Scheidegg" hatte es wirklich in sich und zur Krönung, setzte am späten Nachmittag auch noch Schneeregen ein.
Im Schutz einer kleinen überdachten Busstation, nahmen wir völlig entkräftet eine kleine Zwischenmahlzeit ein. Eingepackt in unsere Regenklamotten, krampften wir uns bis ins nächste Dorf, wo wir uns bei einem feinen Stück Streuselkuchen und heissem Kaffee stärkten. Der Sohn des Besitzers, selbst ein passionierter Radfahrer, gab uns noch wertvolle Tipps betreffend der weiteren Route und schenkte uns als Zugabe noch eine detailliertere Karte. Danach ging es uns schon viel besser und die Welt war trotz Dauerregen wieder in Ordnung. Nach einem Ruhetag setzten wir unsere Reise fort und bereits am Abend erreichten wir, nachdem wir den Oberjochpass bezwungen hatten, wieder die österreichische Grenze. Hier oben, im Winter Skigebiet, herrschten wahrlich noch winterliche Temperaturen und wir hatten Glück noch ein Platzerl und eine heisse Dusche auf dem völlig verlassenen Campingplatz zu ergattern. Der Verwalter wollte mangels Gäste bereits den Platz schliessen. Um der Kälte ein bisschen zu entfliehen, missbrauchten wir den Waschraum als Küche, Aufenthalts -und Trocknungsraum. Die Temperaturen waren für diese Jahreszeit noch viel zu tief und am nächsten Morgen war das Zelt wirklich schneebedeckt.

Auf dem Weg nach Innsbruck gab es immer wieder kleinere Pässe zu überqueren. Das Wetter war nicht zu schlecht, nur eine kalte Brise, die natürlich immer aus der Gegenrichtung bläst, liess uns das Gepäck noch ein bisschen mehr spüren. Die Anstrengungen wurden aber jeweils mit schönen Panoramasichten und rassigen Abfahrten belohnt. Einmal begegneten wir sogar einer indischen Bollywood-Truppe, die eigens ihr Essen und Gewürze von zu Hause mitbrachte und die Gerichte selber zubereitete. Am liebsten hätten wir uns zu ihnen gesellt um uns bei ihnen zu verköstigen. Schon lustig, die Truppe kommt voll ausgerüstet für Videoaufnahmen nach Europa und wir nehmen den umgekehrten Weg… wer ist jetzt hier der Exote?
Uebernachtet wurde an Seen oder Flüssen, auf offiziellen Campingplätzen, oder einfach „wild“ was allerdings nur in unbewohntem Gebiet und vor allem ausserhalb grosser Städte praktiziert werden kann. Man merkt auch hier, wie privilegiert wir sind. Fast überall gibt es Wasser in trinkbarer Qualität, sei es ab Brunnen, von Flüssen oder Seen. Dank einem Tipp eines Ladenbesitzers, der uns neben einer Abkürzung auch noch den Unterschied zwischen Eiern aus Bodenhaltung und Eiern aus Käfighaltung erläuterte und damit die ganze Kundschaft im Laden unterhielt, verpassten wir zwar ein historisches Schloss, kamen aber in den exklusiven Genuss einer wunderschönen Abfahrt, entlang eines klaren Bergbaches und abseits offizieller Radwege.

Nachdem der „letzte“ Sattel erklommen und uns nach einer schnellen Passabfahrt, der Geruch von verbranntem Gummi in die Nase stieg, wurde nach einer kurzen Fahrt dem Inn entlang (natürlich mit Gegenwind…) wirklich Innsbruck erreicht. Hier genossen wir das Nichtstun in vollen Zügen und wurden von meinen Verwandten und ihren Angehörigen fürstlich verwöhnt. Mit Hilfe von Kaiserschmarren, Eiterbeulen, Knödeln und anderen Tiroler Spezialitäten wurde in kürzester Zeit der abgestrampelte Speck wieder angefressen ;-) Zwischen Nichtstun und Essen wurde noch die bereits reichhaltige Ausrüstung ergänzt und neben der Zeckenimpfung auch noch gegen die Tollwut aufgefrischt. Der Arzt der uns piekste, war ganz angetan von unseren Reiseplänen, gab uns nebenbei noch den einen und anderen Tipp und liess alle anderen Patienten warten.

Nach einem Blitzbesuch von Karin, Zehra, Carlo und Uwe, die uns noch mit benötigtem Material wie Bücher und noch benötigten Kleidungsstücken eindeckten (an dieser Stelle nochmal vielen Dank!) und dem längst fälligen Besuch der „Bögen“ (Insider ;-)) wurde es definitiv Zeit wieder die „Rössli“ zu satteln und weiter zu ziehen. Immer nach dem Motto: „man soll gehen wenn es am schönsten ist!“

Das es ab Innsbruck bis an die Donau keine nennenswerten Steigungen zu bewältigen geben würde, erwies sich bei unser gewählten Route als ziemlicher Trugschluss. Auf der ersten Etappe ab Innsbruck wurden wir noch von Christian eskortiert und es tat gut, das sich beim Einrollen keine Hindernisse in den Weg stellten. Für einmal liessen uns die Hügel und Berge in Ruhe, dafür setzte der Regen mit voller Wucht ein! Gut wenn man weiss, das die Packtaschen dicht sind und man beim Auspacken feststellt, dass alles noch trocken geblieben ist.J Aber eben, irgendwann ist es Abend und dann muss das Zelt aufgebaut und gekocht werden. Meistens ist der Hunger stärker als der Regen und so zogen wir es vor bei dem Sauwetter besser drinnen zu kochen und dinieren, was allerdings zur Konsequenz hatte, dass das Zelt durch den erzeugten Dampf einfach innen Nass wurde.

Die nächsten Etappen waren geprägt von ausschliesslich schlechtem Wetter, was sich auch zwangsläufig auf die Stimmung übertrug. Den Aufenthalt am Chiemsee erlebten wir als nicht sehr angenehm und waren froh, trotz schlechtem Wetter die Reise fortsetzen zu können. Mit der Ankunft in Salzburg zeigte sich auch wieder einmal die Sonne. Da hatten wir uns zu früh gefreut. Ausgerechnet bei der Stadtbesichtigung goss es wieder in Strömen. Bedingt durch den sinnflutartigen Regen, flüchteten alle Gruppen verschiedenster Nationalitäten unter die schützenden Dächer und dadurch lernten wir eine Salzburger Reiseführerin kennen, die gerade ihre japanische Truppe verabschiedet hatte. Nach einem Anruf auf ihr Handy, war sie leicht aufgeregt und stammelte etwas von Hochwasser. Was ist denn schon ein bisschen Regen, gegen triefende Hauswände und überschwemmte Keller. Sie schlug uns noch vor die heilige Messe zu besuchen, aber wir waren wild entschlossen dem Regen den Kampf anzusagen, was natürlich zuerst begossen werden musste.

Neben Irish-Pubs, japanischen Reisegruppen und dem Geburt, sowie Wohnhaus von Wolfgang Amadeus, gibt es im beschaulichen Salzburg wirklich einiges zu sehen. Den letzten Tag in der Mozartstadt erlebten wir bei wolkenlosem Himmel. Alle Leute strömten nach draussen, als wäre es der letzte Sonnentag. Nach einem kurzen Nickerchen im Mirabella-Park lernten wir auf dem Campingplatz noch ein anderes Radlerpärchen kennen. Sie kamen aus Kanada und waren erstaunt über unser Gepäck, vor allem über das Gewicht, das wir tagtäglich mitzuschleppen haben. Nicht zum ersten Mal wurde auf die Vorteile eines Anhängers hingewiesen.
Betreffend Reiseroute Richtung Wien empfahlen sie uns, den direkteren, wenn auch etwas beschwerlicheren Weg durch das Salzkammergut in Angriff zu nehmen. Der Einstieg war brutal, die erste halbe Stunde wurde das Rad nur geschoben, besser gesagt den Hang hinaufgestemmt…. Dabei erwähnte die Frau vom Campingplatz ausdrücklich, dass alle Radler diese Route wählen. Sie meinte wahrscheinlich damit die Topfitten in den engen Hosen, die zudem ohne Zusatzgewichte (Kein Speck im Gepäck und an den Rippen ) jeweils den Berg hinaufsprinten. Die Hitze, auf einmal zeigte das Quecksilber über 30 Grad und die vielen verlockenden Biergärten umrahmt von schattenspendenden Bäumen waren auch nicht gerade eine Hilfe auf dem Weg nach oben. Zu guter Letzt, Felssturz sei Dank, durften wir noch einen ganzen See (verdammt grosser See..) umfahren, was uns dazu ermutigte endlich den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Was für eine Wohltat!

Das Salzkammergut, siehe im Internet (www.salzkammergut.at oder www.Ausserland.at ) ist geradezu gespickt mit unzähligen Bergseen. In Trinkwasserqualität, sagen die Einheimischen. Die Kulisse ist grandios und der „Umweg“ hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Obwohl an den Mondsee grösstenteils Privatgrundsitze anstossen, fanden wir schlussendlich noch vor dem Eindunkeln ein idyllisches Plätzchen, direkt am See. Die bereits anwesende bayrische Familie lud uns spontan zu Fisch und einem Glas Lambrusco ein. „Was wuscht meh“?

Trotz wildem Gekrabbel, verursacht durch unzählige Mäuse und nach einem erfrischenden Bad schliefen wir göttlich.
Am nächsten Tag hatten bereits weitere „Wilde“ das Paradies entdeckt und so entschlossen wir uns die Fahrt fortzusetzen. Die empfohlene Abkürzung war wirklich schweisstreibend. Mitten im Aufstieg kamen einem fast die Tränen, als wir, nachdem uns ein Rettungsfahrzeug hornend überholt hatte, den schwer verunfallten Motorradfahrer zu Gesicht bekamen.

Bedrückt fuhren wir weiter und fragten uns, was das für ein Job sein muss, tagtäglich Verunglückte zu bergen… Am Abend waren wir wahrlich ausgelaugt und weil die Wetterprognosen endlich Badewetter voraussagten, beschlossen wir kurzfristig Überzeit zu kompensieren und einen Tag „frei“ zu nehmen. Einfach nichts zu tun und wieder einmal die Beine hängen zu lassen ;-) Die Freude an den heissen Temperaturen währte aber nicht zu lange, denn als ich am Morgen früh erwachte, rüttelte bereits ein kräftiger Wind an unserem Zelt und dunkle Wolken zogen schnell auf. Das bewog mich dazu, das Zelt sicherheitshalber mit zusätzlichen Heringen zu verankern. Ausserdem wurde es in Anbetracht von einem aufziehenden Gewitter Zeit, endlich die Wäsche von der Leine zu nehmen. Unsere Zeltnachbarin hatte die gleiche Idee, verlor aber im Hang das Gleichgewicht, stürzte rücklings und mit voller Wucht gegen den Feuerlöschkasten, der durch den Aufprall aufsprang. Der Feuerlöscher liess sich das nicht gefallen, löste sich aus der Halterung und fiel aus dem Schrank. Das wiederum riss Moni aus dem Schlaf. Auch sie stürzte sich, allerdings ohne Brille aus dem Zelt und kümmerte sich sofort um den verwaisten Feuerlöscher. Ich war zur gleichen Zeit noch hinter einem Baum beschäftigt und kümmerte mich nach getaner Arbeit um die „arme“ Frau. Als ich sie ansprach und ihr auf die Beine helfen wollte, murmelte sie nur etwas von „bin i deppert“ und erhob sich danach ganz mit eigener Kraft. Wir glauben und der nächste Morgen sollte es bestätigen, sie hatte wirklich ein Schnapserl zu viel…
Nach diesen überstandenen nächtlichen Abenteuern, beschlossen wir den Weg fortzusetzen. Die vielen Hügel (Voralpengebiet!) und die schwüle Hitze machten uns ein bisschen zu schaffen. Nach einer unfreiwilligen Ehrenrunde, die eigentlich als Abkürzung ausgelegt war erreichten wir Steyr. Wir fanden sogar ein nettes Plätzchen direkt am Fluss und krönten den Tag mit einem eiskalten Bad im Fluss. Die Donau und somit flachere Etappen lockten. Frischen Mutes und nachdem die letzten Schnecken zwischen den Zeltwänden entfernt waren, entschlossen wir uns ohne Frühstück loszuradeln und das erst später in der Stadt nachzuholen. Wir kamen allerdings nicht allzu weit, denn bereits bei der ersten kleinen Steigung verklemmte sich an Moni’s Rad die Kette im Ritzel. Da natürlich das passende Werkzeug zuunterst und unser Magen noch leer war, versuchten wir die Kette schnellstmöglich und nur von Hand wieder einzufädeln. Mit folgendem Resultat. Dreckige Hände, miese Laune (nur Robi!) und dabei noch einen Handschuh verloren. But least but not last, die Kette war endlich wieder dort, wo sie hingehört.

Nach einer Regenbedingten Pause und einer kleinen Jause, erreichten wir doch noch die Donau und wie bestellt brachen auch prompt die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Der Fluss ist hier bereits sehr breit und führt im Moment, bedingt durch den häufigen Regen sehr viel Wasser. Auf dem Strom werden neben Personen vor allem Güter transportiert. Schon faszinierend, wie sich die langen schmalen Schiffe, schwer beladen gegen die Strömung pflügen. Zudem haben sie auf ihrem Weg unzählige Schleusen zu passieren. Auf dem Donauradweg Richtung Wien, kamen wir immer wieder an schön restaurierten Schlössern und Stiften vorbei. Dahinter konnte man meistens, immer auf einem Hügel platziert, eine trutzige Ruine erkennen. In einer solchen soll einst König Richard Eisenherz nach einem Kreuzfeldzug für kurze Zeit gefangen gehalten worden sein. Vor Wien passiert man die Wachau, die vor allem bekannt ist, für ihren intensiven Anbau von Wein. Hier schlängelt sich der Fluss richtiggehend durch die Umgebung und unzählige Weinterrassen prägen die Landschaft in diesem vom Klima begünstigten Abschnitt der Donau. Es erinnert fast ein bisschen an die Toskana. Die Donau, heute grösstenteils kanalisiert und gezähmt, trat früher noch regelmässig über die Ufer. Nur noch vereinzelt kann man heute durch Auen radeln. Das sind stillgelegte Flussläufe und oftmals Sumpfgebiet, das vorwiegend in Naturschutzgebiete umgewandelt wurde um den hier ansässigen Pflanzen und Tieren einen natürlichen Lebensraum zu bieten.
Wenn man bereits ein bisschen Donaugesättigt ist, gibt es immer wieder die Möglichkeit, den grossen Strom für kleine, kurze, aber lohnenswerte Abstecher zu verlassen. Eine Möglichkeit bietet der Schubert Radweg, benannt durch einen weiteren berühmten österreichischen Komponisten. So kann man dem grossen Radlerstrom ausweichen, der vor allem im Sommer extrem sein muss. Es gibt auch hier einiges zu entdecken. Man fährt kleinen Winzergütern entlang und passiert dabei immer wieder kleine Dörfer. Die Leute scheinen hier noch nicht so gestresst durch die Radlerplage zu sein und grüssen jeweils freundlich. Nach fast einem Monat erreichten wir „endlich“ die Hauptstadt Oesterreichs. Die Mehrzahl der Touristenattraktionen in Wien, besuchten wir bereits letztes Jahr mit Freunden. So konnten wir uns heuer aufs Wesentliche konzentrieren, das heisst zum Teil kaputt oder verloren gegangene Ausrüstungsgegenstände ersetzen. Das hat auch den positiven Nebeneffekt, die Stadt ein bisschen anders, abseits vom Touristenstrom zu sehen und erleben. Was man samstags nicht verpassen sollte, ist der Naschmarkt. Hier gibt es neben einem grossen Lebensmittelmarkt noch einen traditionellen Flohmarkt zu bestaunen und entdeckt Kuriositäten, die es bei uns schon längst nicht mehr gibt.


Trotz einsetzendem Regen, beschlossen wir noch ein bisschen in der Stadt zu bleiben um der Veranstaltung „Lange Nacht der Musik“ beizuwohnen. Für wenig Geld, hat man die Möglichkeit aus fast 50 Angeboten, Rosinen der Musik herauszupicken, oder man hört und schaut einfach überall ein bisschen rein. Die Bandbreite reicht von Electronic, Jazz, Klassik, Rock/Pop, bis zur Volksmusik. Die Gigs werden in unterschiedlichsten Lokalitäten abgehalten. Wir besuchten zum Beispiel ein Konzert im „Haus der Musik“, was einem die Möglichkeit eröffnete, sich die permanente Ausstellung zur Musikgeschichte anzusehen.

Glücklicherweise wurden wir bis jetzt vor grösseren Pannen verschont. Ausrüstungsgegenstände, die sich bisher nicht bewährt hatten, tauschten wir einfach aus. Das betrifft vor allem Behälter, die sich für den Transport von Nahrungsmittel wie Mehl, Salz, Zucker, Öl etc. nicht bewährt haben, sprich regelmässig ihren Inhalt nicht behalten konnten. Alles nicht weltbewegend, aber selbst in Wien braucht es Zeit diese Dinge zu erledigen. Die körperliche Belastung ist nicht zu unterschätzen, es gibt Tage da sitzen wir fast 10 Stunden im Sattel. Ausser einem wunden Hintern, steifen Nacken, oder eingeschlafenen Handgelenken, hatten wir keine grösseren Beschwerden. Es kommt uns sicher entgegen, das die Temperaturen noch nicht zu hoch, die Strassen und Wege noch gut und vor allem die anderen Verkehrsteilnehmer noch äusserst rücksichtsvoll zu uns sind.

Immer wieder gibt es spontane Begegnungen mit Einheimischen, sei es beim Einkaufen oder wenn man aufs mitgeführte Gepäck angesprochen wird. Es kommt dann meistens die Frage: „woher kommt’s?, wohin geht’s?“ einer schrie sogar: „schaut, schaut, die haben den ganzen Hausrat dabei, nur kein Klavier hobt’s dabei!“ Vor allem ältere Leute haben da weniger Berührungsängste. Häufig erleben wir auf offiziellen Campingplätzen immer wieder lustiges. Hier prallen zum Teil verschiedenste Mentalitäten aufeinander. Die Hippiegruppe, die sich nur durch eine Plane schützt und daneben der eingezäunte Luxuscamper mit Sattelitenschüssel und sonst allem auf was man in der Freizeit niemals verzichten könnte ;-) Beim gemeinsamen Abwasch ergeben sich dann jeweils spontan Gespräche und Fremdsprachenkenntnisse können wieder aufgefrischt werden. Am befriedigsten ist es jeweils, wenn man nach einer langen und anstrengenden Etappe ein schönes Plätzchen in der Natur findet. Vorzugsweise an einem einsamen See, oder Fluss.
Wir versuchen immer die nötigsten Fressalien dabei zu haben, damit wir jederzeit und irgendwo „wild“ unser Zelt aufstellen können.
Meistens schlagen wir uns bereits am Nachmittag die Bäuche voll, so reicht am Abend eine Suppe völlig aus, um den Hunger zu stillen. Wenn wir unterwegs sind erfolgt nach einem ausgiebigen Frühstück immer das gleiche Ritual. Einpacken ist angesagt und obwohl schon Dutzend Mal gemacht, benötigen wir immer noch sehr viel Zeit bis alles in den Packtaschen verstaut, die Isomatten aufgerollt, das Zelt zusammengepackt und alles auf dem Velo befestigt und festgezurrt ist. So pedalen wir meistens erst gegen Mittag los. Wenn das Wetter nicht mitspielt, was schon ein paar Mal vorgekommen ist, verzögert sich die Abfahrt, weil das Zelt besser nicht nass zusammengepackt werden sollte. Setzt allerdings der Regen erst während der Fahrt ein, ist das halb so wild, denn „alles“ sogar wir können uns wasserdicht verpacken…

Wir sind jetzt schon ganz gespannt auf die unbekannten Länder, obwohl uns bewusst wird, dass ab der ungarischen Grenze alles ein bisschen "komplizierter" wird und vermehrt Improvisation gefragt ist. ;-)

das ist schon alles, Gruss Moni&Robi

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