unser erster Besuch in Indien

Am 6. Maerz 2005 erreichten wir nach fast 10 Monaten und beinahe 10000 geradelten Kilometern den Subkontinent Indien.

Der Grenzuebertritt war ein Ereignis und das allabendlich abgehaltene Militaerspektakel, einfach einmalig.

Wenn hunderte von Menschen beidseitig der Grenze ihre Soldaten anfeuern, hat man wirklich das Gefuehl einem Fussballderby beizuwohnen.
Dabei geht es nur darum, die Grenze rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu schliessen und die jeweilige Landesfahne vom Masten zu holen.

In Amritsar, der naechstgroesseren Stadt nach der Grenze, verbrachten wir die erste Nacht im Golden Temple Komplex. Der goldene Tempel beherbergt das hoechste Heiligtum der Sikhs und ist fuer alle zugaenglich.
Hier werden ausserdem taeglich bis zu 50000 Pilger kostenlos verpflegt.
Die Fahrt von Amritsar bis Bikaner im Bundesstaat Rajasthan verlief problemlos und nur die taeglich steigenden Temperaturen machten uns zunehmend zu schaffen.
Je mehr wir uns Bikaner naeherten, desto unwirtlicher wurde die Gegend und die ersten Sandduenen, sowie die vermehrte Anzahl von Kamelen, vekuendeten definitiv den Beginn der Wueste. In Bikaner entschlossen wir uns, einen Kameltrip in die Tharwueste zu unternehmen. Der Ausflug auf den Wuestenschiffen, brachte eine willkommene Abwechslung zum Radelalltag. Es wurde uns dank der aufgestellten Truppe nie langweilig.
Zurueck in Bikaner besuchten wir noch die staatliche Kamelforschungsanstalt. Hier hatten wir riesiges Glueck, den neben bruenftigen Maennchen, bekamen wir auch ein erst 2 Tage altes Kamelbaby zu Gesicht.

Darauf schwangen wir uns wieder auf unsere Raeder und kurbelten Richtung Suedrajasthan weiter.
In der heiligen Stadt Pushkar gab es dann endlich wieder einen laengeren Zwischenhalt. Diese kleine verteaumte Stadt am Rande der Wueste, liegt wunderschoen eingebettet in einer sanften Huegellandschaft.

Sie zieht neben Pilgern, auch unzaehlige Backpackers und Hippies an. Pushkar hat aber trotzdem seinen Charme noch nicht verloren und allabendlich trifft man sich zum Stelldichein am See.

Der Ausflug nach Jaipur an das Elefantenfestival, war sicher einer der Hoehepunkt unserer Reise durch Rajasthan. Die farbenfrohen Parade, wird alljaehrlich in der rosaroten Stadt abgehalten. Der Parade wohnen neben bunt bemalten Elefanten auch kunstvoll geschmueckte Kamele, Ochsen und Pferde bei.


Die abschliessende Farbenschlacht bildet jeweils den Auftakt zum Holy Fest, das vor allem in Nordindien zelebriert wird und hauptsaechlich daraus besteht sich gegenseitig mit Farbe zu bewerfen. Dieses Fest uebersteht kaum jemand farblos.
Frisch geschrubbt ging die Fahrt weiter. Die Landschaft wurde zunehmend abwechslungsreicher und bis Udaipur gab es noch unzaehlige Huegel zu erklimmen. Udaipur gilt als eine der romatischsten Staedte in Rajasthan und besitzt eine grosse Anzahl wunderschoener Palaeste. Von den hoch ueber der Stadt trohnenden Dachterassen hat man einen grandiosen Ausblick ueber die gesamte Stadt.
Da der Monsoon in den letzten Jahren nicht den erhofften Regenfall brachte, ist der See in diesem Jahr leider vollstaendig ausgetrocknet. Ein Phaenomen, das man uebrigens in ganz Nordindien beobachten kann.

Karin&Uwe kuendigten sich Anfangs April zu einem Kurzbesuch an. Die Zeit rannte uns davon und so entschlossen wir uns, nach ueber 1200 geradelten Indienkilometern, den Bus und Zug zu benutzen, um noch rechtzeitig in Mumbay einzutreffen.

Die lange Bus und Zugfahrt kostete uns ziemlich Nerven und endete fast im Fiasko. Es bewahrheitete sich ein weiteres mal, das man sich in Indien immer auf das Unerwartete einstellen muss, im Guten, wie im Schlechten.

Mumbay, ist das Herz der Bollywood Filmindustrie. Die moderne Finanzmetropole mit ihren Doppeldeckerbussen und den viktorianischen Herrschaftshaeusern, erinnert stark an England, ist aber auch gleichzeitig Heimat eine der groessten Slumsiedlungen in ganz Asien.

Die Reisgruppe Gmuetli fuhr fuer eine Woche an die Touristenstraende von Goa. Am Palmenstrand von Palolem, reihen sich Holzhuettchen an Holzhuettchen.
Die Atmosphaere ist aber immer noch sehr entspannt, denn die Partyszene wuetet an anderen Straenden. Wir verbrachten unzaehlige Stunden im seichwarmen Wasser und schlugen uns nach dem allabendlichen Apero, mit leckerem indischen Essen die Baeuche voll.

Leider verging die Woche viel zu schnell und bald hiess es wieder schweren Herzens Abschied zu nehmen.
Waehrend Karin&Uwe Richtung Australien weiterflogen, nahmen wir es weiterhin "gemuetlich" und erreichten nach fast 27 Stunden Zugfahrtauf auf dem groessten Schienenetz der Welt, endlich die Hauptstadt Indiens.
In Dehli, der 13 Millionen Stadt, gibt es einiges zu entdecken. Die Altstadt von Dehli, ist eine einzige Ansammlung von Menschen, Rickshaws und Kuehen. Ein riesiger Bazaar und darin trohnt majestaetische, das rote Fort. Es beherbergte unzaehlige Herrscher. Von hier wurde 1948, die Unabhaengigkeit Indiens ausgrufen und somit die jahrhundertlange Herrschaft der Englaender, beendet.

Indien ist eigentlich mehr ein Kontinent, als ein einzelnes Land. Ein Schmelztiegel und sogleich Heimat fuer ueber 1 Milliarde Einwohner. Hier leben unterschiedlichste Menschen, groesstenteils sehr bescheiden auf zum Teil engstem Raum. Hindustan ist auch Heimat fast aller Religionen. Nach fast anderthalb Monaten, entdecken wir noch jeden Tag Neues und Unverstaendliches. Inden kann anstrengend sein, aber langweilig wird es auf alle Faelle nie ;-)

Nachdem wir uns bei der schweizer Botschaft in Islamabad nach der aktuellen Sicherheitslage in Pakistan informiert haben und wir das Visum fuer Pakistan bereits erhalten haben, geht es naechstens per Fahrrad Richtung Norden weiter. Wir haben beschlossen den Karakorum Highway, der Traum jedes Tourenfahrers, in Angriff zu nehmen und nach China zu radeln...

 

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