Karakorum Highway bis Gilgit (Pakistan)
Nach ueber
einer Woche in der indischen Hauptstadt, waren wir froh dem Laerm und
Smog wieder entfliehen zu koennen. |
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dem Weg von Dehli nach Amritsar, trafen wir einige Pilger an. Unter anderem
eine Familie, deren ganzes Hab und Gut auf einem Schubkarren Platz fand
und die in gut 2 Monaten ueber 1500 Kilometer zurueckgelegt, heisst gestossen
haben. Und das ohne Kranken und Diebstahlversicherung! |
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Die Zeit in Amritsar verging sehr schnell und nachdem wir unser Paeckli geschnuert, versiegelt, gewogen und auf die Post gebracht hatten, besuchten wir noch einen Hindu Tempel der extravaganten Art. |
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Auf
einer Art Parcours watete man durch kuenstlich angelegte Fluesse, kroch
durch kleineTunnels und verlor sich in kleinen Grotten.. Das ganze erinnerte
irgendwie stark an Disneyland. |
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| Am ersten
May ging es wieder Richtung Pakistan. Kurz vor der Grenze bekamen wir
noch Geleit von Milchmaennern, die auch schwer beladen die naehere Umgebung
mit Frischmilch eindecken und noch nicht von Nestle verdraengt wurden. |
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An der
Grenze ging alles sehr schnell und unbuerokratisch vonstatten. Auf pakistanischer
Seite wurden noch die letzten indischen Rupies eingetauscht und in Latifs
Buchhandlung ein paar Buecher ausgetauscht. |
| Kurz vor
dem Stadtzentrum Lahores, wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher auf
chinesischen MTB (18 Gang) akrobatisch unterhalten und es dauerte nicht
lange bis wir von einer pakistanischen Familie zu Softdrinks eingeladen
wurden. |
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Bei unserem
zweiten Besuch in Lahore blieben wir nur fuer |
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mehr wir uns Islamabad naeherten, desto huegeliger und abwechslungsreicher
wurde die Landschaft. Die gruene Hauptstadt, die vor erst 40 Jahren aus
dem Boden gestampft wurde, hat nicht viel gemeinsam mit anderen Grosstaedten
Pakistans. Die Stadt besitzt viele Gruenflaechen und wird von einer Huegelkette
umrahmt. Die Bazaare sind ueberraschend sauber und schon fast ein bisschen
langweilig. Man vergisst hier beinahe zu feilschen :-) |
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Die Voralberger Anita & Stefan hatten die gleiche Strecke auf dem Tandem zurueckgelegt und waren kurz davor den Karakorum Highway abzuradeln. |
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Neben einem
japanischen, hollaendischen und deutschen Radlerpaaerchen lernten wir
auf dem internationalen Campground noch zahlreiche Globetrotter kennen,
die allesamt mit zum Teil riesigen Allradmobilen unterwegs waren. Kurzum,
ein perfekter Ort Infos auszutauschen. |
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Obwohl
die chinesische Botschaft wegen Feiertagen fuer laengere Zeit geschlossen
war, erhielten wir das benoetigte 90 Tag Visa innert kuerzester Zeit. Bevor wir den KKH in Angriff nahmen, sahen wir uns noch eine der groessten Moscheen Asiens an, die ueber 60000 Glaeubigern Platz bietet. Die Shah Faisal Moscheee wurde groesstenteils mit Saudi Arabischen Geld finanziert und das geometrische Design soll an ein Wuestenzelt erinnern. Die 88m hohen Minarette versetzten den CIA kurz nach Vollendung in Alarmbereitschaft. Der Geheimdienst vermutete, darin koennten Marschflugkoerper untergebracht sein... In der unmittelbaren Umgebung der Moschee befinden sich zahlreiche Villen und man bekommt den Anschein man befindet sich im Beverly Hills von Pakistan. |
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Wir nahmen
uns vor am ersten Tag nicht allzu weit zu radeln und erreichten bereits
am Mittag unser Tagesziel Taxila, wo wir Unterkunft in einer Jugenherberge
bezogen. |
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Taxila
ist eine der bedeutetsten archeologischen Ausgrabungsstaetten in Suedasien.
Von hier soll der Buddhismus auf China uebergeschwappt sein. Wir besuchten
einige der buddistischen Ruinen per Rad und nach dem obligaten Museumsbesuch
ruhten wir uns im angrenzenden und gepflegten Park erst ein bisschen aus. |
Der
naechste Tag begann verheissungsvoll. Schoenstes Wetter, wenig Verkehr
und ansprechende Landschaft. Das sollte sich aber bald aendern, denn bereits
nach Haripur stieg die Strasse bis Abbottabad stetig an. Die naechsten
Tage hatten es wirklich in sich. Die Landschaft wurde noch eindrucksvoller, dafuer die Steigungen umso anspruchsvoller. Wir fuhren haeufig entlang von Fluessen und Feldern, in denen sich der Weizen goldgelb im Winde wiegte. |
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In Catter
Plain, einer Hocheben auf ca. 1600 Meter ueber Meer, durften wir unser
Zelt kostenlos hinter einem Motel aufschlagen. |
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Am
Abend fuehrten wir mit dem aeusserst sympathischen Sohn des Besitzers
ein laengeres Gespraech. Er will etwas bewegen, hat viele gute Ideen und will sich vor allem fuer die Jugend und die Frauen in Pakistan einsetzen. Wahrlich kein einfaches Vorhaben in Pakistan! |
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| Nach einer langen Abfahrt auf schlechter Strasse, trafen wir bei Thakot erstmals auf den Indus. Er sollte waehrend der naechsten Tage unser treuer Begleiter bleiben. |
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Immer wieder
sahen wir Einheimische auf unglaublichen Pfaden, die unterwegs zu ihren
Doerfern waren. Meistens in Begleitung von Kuehen, Ziegen, oder Schafen.
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Die
kleinen Doerfer sind zum Teil so exponiert auf Felsen gelegen, so dass
sie nur noch via Drahtseilbahn erreichbar sind. |
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Es
wurde uns eindringlich von Indus Kohistan gewarnt. Das die Leute unfreundlich
seien und das die Kinder vor allem am Steine werfen gefallen finden. Wir
erlebten das Ganze nicht so dramatisch. Die Leute waren neugierig und
groesstenteils sehr hilfsbereit. Es sind einfach nicht alle begeistert
vom Bau des Karakorum Highways und seinen Einfluessen. Auch die steinewerfenden
Kinder waren keine Neuheit fuer uns, denn Aehnliches hatten wir ja bereits
in der Osttuerkei erlebt. Es ruehrt aber eher daher, das irgendwelche
schlauen Touristen, irgendwann einmal Schreibstifte, Bon Bons, oder sogar
Geld an die Kinder verteilt hatten. Die Situation entspannte sich aber
immer realtiv schnell, wenn man sich ein bisschen mit den kleinen "Terroristen"
abgab und sie einfach in ein banales Gespraech verwickelte. Fuer einmal waren wir allerdings froh das uns eine Polizeieskorte bis vor das "Hotel" begleitete, denn am Dorfeingang wartete bereits eine ganze Kinderhorde auf Neuankoemmlige (Frischfleisch). |
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Der Fluss
grub sich jetzt immer tiefer in die Schlucht ein. Riesige Felswaende tuermen
sich neben der Strasse auf und bei Regen ergiessen sich wahre Sturzbaeche
auf die Strasse. |
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In
dieser Gegend kommt es immer wieder zu Erdrutschen und es ueberrascht
nicht, das dieser Strassenabschnitt beim Bau des KKH die meisten Opfer
forderte. |
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Erst
vor Shatial wird die Schlucht weitlaeufiger und die Polizei wollte uns
wegen angeblichen Stammeskonflikten moeglichst rasch loswerden. Aber das
kannten wir ja bereits zur Genuege und dieses mal blieben wir standhaft
und liessen uns nicht mehr vertreiben. Die Hartnaeckigkeit hatte sich
ausgezahlt und so ergatterten wir uns ein lauschiges Plaetzchen im Innenhof
der lokalen Polizeistation. Wir wurden rundum liebevoll umsorgt und ich
erhielt noch persoenlichen Begleitschutz beim nachmittaeglichen Einkausbummel
durch den Bazaar. Am Schluss taute sogar der Polizeichef noch auf und
bedachte mich zum Abschied noch mit einer innigen Umarmung. |
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In Chilas,
nicht gerade das gemuetlichste Plaetzchen am KKH, beschlossen wir einen
Ruhetag einzulegen und ein bisschen auszuspannen. |
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Entsprechend
"erholt" ging es weiter und Ausgangs Chilas erwarteten uns zum
Glueck keine steinewerfenden Rotzbengel, sondern kleine Kunstwerke, in
Form von Petroglyphts auf Feldwaende gekritzelt. Neben Buddhas Werdegang,
wurden auch Stuppas und zum Teil ganze Jagdszenen abgebildet. |
Den Nanga
Prabat, den neunthoechsten Berg der Welt, bekamen wir erst am spaeten
Nachmittag fast unverhuellt zu Gesicht. Der eindrueckliche Riese, der
immer noch 7mm pro Jaht waechst, wird von Einheimischen auch Moerderberg
genannt. Er erhebt sich vom Indus fast senkrecht 7000Meter in die Hoehe,
wirklich eindruecklich! |
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Wir fanden
in Thalichi ein gemuetliches Plaetzchen im Goverment Resthouse, von wo
wir die grandiose Aussicht auf den majestetischen Berg uneingeschraenkt
geniessen konnten. |
In
Gilgit durften wir unser Zelt inmitten von Aprikosen, Kirschen und Zwetschgenbaeumen
aufschlagen. Das fruehere Gaestehaus ist jetzt ein Maedcheninternat, nimmt
aber weiterhin Gaeste auf. Allerdings nur Paaerchen mit Zelt und einwandfreiem
Leumund ;-) |
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Im
Idyllischen Garten liess es sich gut ausspannen, wenn man den nervigen,
zum Glueck angeketteten Koeter ignorierte... Das hatten wir wirklich noetig. Den gleichzeitig mit unserem Eintreffen in Gilgit und wahrscheinlich als Reaktion auf das merklich kuehlere Wetter, spielten unsere Maegen auf einmal verrueckt :-(( Gilgit ist nicht nur das Verwaltungszentrum der Region, sondern auch Schmelztiegel der Kulturen. Am nicht speziell farbefrohen Bazaar wird neben der Landeshauptsprache Urdu, haeufig der Dialekt Pashtu, aber auch Uyghuru (XiAn Provinz/China) und sogar Farsi (Persisch/Iran/Afghanistan) gesprochen. Die beiden Hauptrichtungen des Islams, Sunnis und Schiiten sind hier dominierend. So ist es nicht verwunderlich, das es immer wieder zu Spannungen kommt. Anfangs Jahr wurde hier ein hoher schiitischer Geistlicher ermordet und es herrschte fuer kurze Zeit Ausnahmezustand in der Region. Das erklaert auch die hohe Militaerpraesenz in der Stadt. Als Tourist spuert man nicht allzuviel davon, obwohl der Tourismus in ganz Pakistan, vor allem seit dem 11ten September 2001 merklich eingebrochen ist und sich nur schwer und sehr langsam wieder erholt. |
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