Nordlaos April/Mai 2007


In Vientiane, der Hauptstast von Laos, gab es wieder einiges zu
erledigen und so verbrachten wir viel mehr Zeit als eigentlich
geplant in der gemuetlichen Kapitale. Die meisten Strassen im
Zentrum von Vientiane sind zwar geteert, aber es gibt immer
noch sehr wenige Motorfahrzeuge in ganz Laos.

So kann man sich hier bestens zu Fuss oder per Rad fortbewegen.
Weil wir nicht bis an die chinesiche Grenze hetzen und auch Zeit
im Norden verbringen wollten, beschlossen wir an der Feundschaftsbruecke
ein neues Visa fuer Laos zu beschaffen.
Die Bruecke, die den Mekong ueberspannt und Laos mit Thailand verbindet,
befindet sich 20 Kilometer ausserhalb von Vientiane. Hier war es problemlos
moeglich ein neues Visa fuer 30 Tage zu bekommen. Weil wir es wieder einmal
fertigbrachten an einem Wochenende aufzukreuzen, durften wir auch diesmal
eine "offiziell" am Anschlagbrett aufgelistete Sonntagsgebuehr von einem US-Dollar
entrichten. Die Laoten koennen es einfach nicht lassen, es lebe der Sozialismus!
Nach getaner Arbeit goennten wir uns auf dem Rueckweg noch eine Abkuehlung im Freibad.
Auf dem Weg zum Schwimmbad lernten wir einen freundlichen Einheimischen kennen,
der uns doch prompt in perfektem Hochdeutsch ansprach. Er studierte in Ostdeutschland
Maschinenbau und gibt heute sein Wissen an die juengere Generation weiter.
Das ist soweit nicht verwunderlich, denn die laotische demoktratische Volksrepublik,
pflegte enge Kontakte mit der ehemaligen DDR, aber auch mit Kuba.
So trifft man immer wieder aeltere Laoten die neben Franzoesich auch Deutsch,
oder sogar ein paar Brocken Spanisch sprechen. Leider hat sich der "Son" und "Salsa"
nie in Loas durchgesetzt. Das ist den eher phlegmatischen Laoten dann doch ein bisschen
zu emotional! Dafuer trifft sich Alt und Jung allabendlich an der Mekongpromenade,
wo man sich an einem der zahleichen Staenden bestens verkoestigen kann.
Der Mekong fliesst Ende der Trockenzeit nur noch traege und das scheint sich hier
auch auf die Menschen zu uebertragen, denn Stress scheint in ganz Laos wirklich
ein Fremdwort zu sein!

Seit Vientiane sind wir zu viert unterwegs. Unser "singing" Fisch ist zwar schon
laengere Zeit verstummt, aber vielleicht kann da "DamDam", unser neuer Begleiter
ein wenig Abhilfe schaffen. Er verbringt zwar die meiste Zeit zusammengequetscht
im Gepaeck, ist aber immer ganz gespannt, wo er wieder aus dem Sack gelassen wird. ;-)

Auf dem Weg nach Vang Viang goennten wir uns haeufig ein erfrischendes Bad
in einem der zahlreichen Fluesse. In Laos leben nur knapp 6 Millionen Menschen
und Industrie ist vor allem in abgelegenen Regionen noch inexistent,
so dass man sich bedenkenlos ins kuehlende Nass stuerzen kann!

Fuer einen ruhigen Campinplatz mit genuegend Schatten, nahmen wir auch gerne
einen kurzen Umweg durchs Dickicht in Angriff. Als Belohnung konnten wir dafuer
unser Zelt auf einer kleinen Wiese unter grossen schattenspendenden Baeumen aufschlagen.
Sehr zum Missfallen der hier ansaessigen Kuehe, die ein wenig beleidigt von dannen zogen.
Was gibt es schoeneres, als nach einem erfrischenden Bade in einer schattenspendenden Waldlichtung
zu liegen und die unzaehligen Schmetterlinge zu betrachten, die aeusserst elegant durch
die Baumkronen gleiten. Diese farbebpraechtige Falter sind hier immer noch stark vertreten :-)

Wir legten in Vang Viang, einer Backpacker Hochburg ein paar Ruhetage ein.
Das einst verschlafene Nest hat sich wirklich zum einem Treffpunkt in der Rucksackszene
gemausert. Es herrscht hier ein Ueberangebot von Restaurants und neben westlichem Essen
gehoert auch ein Fernseher zur Standartausruestung in jeder Kneipe. Hier flimmern dann tagein,
tagaus Fernsehserien ueber den Bildschirm, so dass man wahrlich auf gar nichts von zu Hause
"verzichten" muss. Dabei geizt die Umgebung wirklich nicht mit Sehenswuerdigkeiten, die sich
zudem perfekt mit dem Drahtesel erkundschaften lassen.

In der faszinierenden Karststeinlandschaft kann man eine grosse Anzahl von Hoehlen erkunden,
die nicht selten nur mittels einer steilen Bambustreppe zu erreichen sind. Wir trafen auf
unserer kurzen Erkundungstour auf das symphatische oesterreichische Paaerchen Claudia und Jochen,
die sich eigens fuer den Ausflug ein paar einheimische Raeder gemietet hatten. Diese trugen
sie aber nicht allzu weit, den schon bald fingen sie einen Plattfuss ein. Einheimische Hilfe
war schnell zur Stelle, denn selbst mit dem aufpumpen von platten Reifen laesst sich mit
westlichen Touristen gutes Geld machen. Nicht verwunderlich, das vorwiegend ahnungslose Touristen
Plattfuesse erleiden! Wir verzichteten auf den "grosszuegigen" Service und so schoben Jochen und Claudia,
ihre Raeder die nicht allzuweite Strecke zurueck zum Vermieter.

Wir kehrten Vang Viang schon bald den Ruecken und genossen die verkehrsarme Strecke
bis Luang Prabang, einer ehemaligen Koenigstadt. Die Flachetappen gehoerten nun endgueltig
der Vergangenheit an und das ewige Auf- und Ab forderte manchen Schweisstropfen.
Wir passierten viele kleine Doerfer entlang der abwechslungsreichen Strecke,
wobei wir in den meist kleinen Doerfern jeweils von einer grossen Kinderschar frenetisch
mit "Sawadee, sawadee" angefeuert wurden. Etliche der sehr einfachen Haeuser haben
immer noch keinen Stromanschluss und auch das Wasser muss haeufig von weit her angeschleppt werden.

Auch im gemuetlichen Luang Prabang, verbrachten wir einige Tage. Es faellt einem
nicht schwer dem Charme der schoen herausgeputzten Altstadt zu verfallen. So ist
es nicht verwunderlich, dass die Stadt mit seinen zahlreichen Tempeln und sanft
renovierten Kolonialbauten zum Unesco Weltkulturerbe erklaert wurde und eine
der Touristenattraktion in Laos ist.

Hier trafen wir neben der aufgestellten Annemarie, die schon ueber
5 Jahre mit dem Fahrrad die Welt bereist, noch weitere Radlerkollegen
und so verstrich die Zeit wie im Fluge.

Nach ueber 1500 geradelten Kilometern auf Laos Strassen, goennten wir uns wieder
einmal eine Flussfahrt. Nur zu dritt schipperten wir den Fluss "Nam Ou" hinauf
bis ins idyllisch gelegenene Doerfchen Nong Khiaw.
Unser Kapitaen meisterte alle Stromschnellen souveraen, so dass wir uns voll
auf das Treiben am Flussufer und die reizvolle Umgebung konzentrieren konnten,
wenn nicht gerade ein Speedboat in vollem Tempo vorbeibretterte!

Der letzte Abschnitt von Nong Khiaw ueber Udomxia bis Boten, dem offiziellen
Grenzuebergang nach China, hiess fuer uns nochmals kraeftig in die Pedalen treten.
Leider wurden vor allem in der Gegend um Udomxai fast alle Baeume gefaellt.
Die kahlen Huegel geben ein trauriges Bild ab und versprechen nichts gutes fuer die Zukunft.
Das Holz wird vorwiegend nach China abtransportiert, wo der Kahlschlag in diesen Dimensionen
schon seit laengerer Zeit verboten ist.

Wir hoffen das die Verantwortlichen hier in Laos endlich zur Vernunft kommen
und nicht nur den kurzfristigen Profit anstreben. Den vielen unbeschwerten
und froehlichen Kindern hier, waere es wirklich zu goennen!

 

top

zurück../..Home