Velocos Newsletter Dezember 2018

Vor gut einem Jahr hat sich der Kreis geschlossen, als wir im Spätherbst 2017 und nach 13 Jahren Reise durch 65 Länder mit unseren treuen Fahrrädern vom Jura her wieder in die Schweiz eingerollt sind. In dieser Zeit kurbelten wir 101 024 Kilometern ab und fuhren 22000 nautische Meilen (40000 Km) an Deck von verschiedenen Schiffen. Wir haben somit die gesamte Strecke Ueberland- und Uebersee zurückgelegt, ohne zu fliegen!

Es ist an der Zeit euch, ihr lieben Freunde und Interessierten auf den neuesten Stand zu bringen, darum gibt es eine kurze Zusammenfassung unserer Reise durch den amerikanischen und afrikanischen Kontinent.

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Im Frühling 2009 nach 5 intensiven Jahren im Sattel, verlassen wir den Asiatischen Kontinent. Im riesigen Hafen von Busan in Südkorea werden unsere Fahrräder mittels Kran in den Bauch eines riesigen Containerschiffs verladen, das uns in 2 Wochen über den nördlichen Pazifik nach Mexiko bringt. Auf dem riesigen Frachtschiff lernen wir den Kapitän und die ganze Mannschaft kennen. Wir sind die einzigen Passagiere und werden wie auf Händen getragen und neben einem tollen Grillfest werden sogar ein Ping Pong Turnier und lustige Karaoke Abende organisiert.

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In Kanada geht uns das Geld aus, wir wollen aber noch nicht nach Hause und so klopfen wir im Südwesten Kanadas bei Bauern an die Tür und finden schnell Arbeit. Wir ernten tonnenweise Obst und Gemüse, streichen Fassaden, renovieren Gebäude, bündeln Holz, verrichten Gartenarbeit und vieles mehr. Damit können wir die Weiterfahrt mit dem Fahrrad durch den ganzen amerikanischen Kontinent finanzieren.

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Unterwegs erleben wir vor allem in Nordamerika und Mexiko eine unglaubliche und herzliche Gastfreundschaft und oft werden wir von Einheimischen direkt von der Strasse nach Hause eingeladen. Dabei entstanden wundervolle Freundschaften die bis heute Bestand haben. Diese moralische Unterstützung gibt uns auch immer wieder die Motivation um weiterzureisen.

USA WA Elma-25bw Mexico Nayarit agua verde-4bw

Wir geniessen das bunte, laute und lebendige Zentralamerika mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna eingeklemmt zwischen dem Pazifischen Ozean und der Karibik.

Guatemala SO Panajachel-008bw Nicaragua CD Somotillo to Chinandega-018bw

In Südamerika folgen wir nicht der Panamericana Strasse entlang der Pazifikküste sondern wählen die anstrengendere Anden Route durch die Berge. Wir erklimmen mit unseren 70kg schweren Velos fast täglich 1000-1500 Höhenmeter um dann in 40km langen halsbrecherischen Abfahrten ins nächste Tal zu sausen und werden dabei immer wieder von wilden und aggressiven Hunden laut angeschnauzt. Wir übernachten in kleinen Dörfern und wandern oft zu abgelegenen Ruinen, kaum besucht von Touristen.

Peru AM Leymebamba to Balsas-201bw Peru HU Tingo Chico to Chavinillo-005bw

Im Altiplano im Hochland von Bolivien radeln wir über die Salar de Coipasa und den Salar de Uyuni, die grösste Salzwüste der Welt. Es folgt die beschwerliche Lagunenroute, bekannt für seine farbenprächtigen Lagunen, Flamingos und das brodelnde Geysirfeld Sol de Manana das auf knapp 5000 Meter über Meer liegt. In 10  Tagen und nach viel Schieberei durch Sand und Geröll führt uns diese nach San Pedro de Atacames in Chile, an den Rand der Atacama Wüste. Ueber den Paso Sico vorbei an Salzseen, erloschenen Vulkanen und einer unvergleichlichen Mondlandschaft gelangen wir an Weihnachten 2013 nach Salta in Argentinien.

Bolivia PO Isla Inca Huasi-115bw Chile AR Curacautin to PN Conguillio-025bw

In den grandiosen Weiten Patagoniens auch Feuerland genannt trotzen wir dem stetig, stark blasenden Gegenwind. Wir treffen auf freundliche Gauchos, sehen gewaltige noch wachsende Gletscher und dürfen unser Zelt in unmittelbarer Nähe zu einer sehr kommunikativen Königs Pinguin Kolonie aufstellen.

Argentina SC Glaciar Perito Moreno-010bw Chile MA Onaisin to Cameron-001bw

3 Jahre brauchen wir für den ganzen Weg von Alaska bis Patagonien im Südzipfel Argentiniens und Chile und werden für unsere Strapazen mit atemberaubender Szenerie und unvergesslichen Begegnungen mit liebenswürdigen und gastfreundlichen Menschen, belohnt.

Wir verlassen den amerikanischen Kontinent

Nach einer kurzweiligen Fahrt durch Uruguay und den Süden Brasiliens werden im Hafen von Santos im Dezember 2014 die Velos zum 2ten mal in einem 360 Meter langen Containerschiff verstaut. Das riesige Schiff bringt uns in einer 10 tägigen Passage über den Atlantik nach Südafrika.

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Wir gehen in Afrika an Land

Auf dem Afrikanischen Kontinent angekommen, radeln wir entlang zerklüfteten Küsten durch das südliche Afrika .South Africa WC Bettys Bay to Gordons Bay-032bw

Wir durchqueren heisse, staubige Wüsten,  karge Urlandschaften und besteigen riesige Sanddünen.

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Bei einem spannenden Ausflug haben wir Glück und sehen neben Schlangen und Skorpionen, sogar Geckos und Chamäleons. Unterwegs treffen wir auf viele freundliche und hilfsbereite Einheimische und lassen uns gerne von ihrem Lachen anstecken.

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Im Süden und Osten Afrika besuchen wir zahlreiche Naturparks und bekommen bei diversen Safaris viele Wildtiere zu Gesicht. Im Okavangodelta im Norden von Botswana und dem weltweit grössten Binnendelta nehmen wir in einem wackligen Einbaum Platz, erkunden aber auch zu Fuss mit einem kundigen einheimischen Führer die abwechslungsreiche Landschaft.

Uganda WE Queen Elizabeth NP Kazinga channel-065bw  Botswana CH Kasane Chobe NP-193bw

Zambia EA South Luangwa NP-099bw  Zambia-EA-South-Luangwa-NP-208bw

Beeindruckend sind auch die spontanen Begegnungen unterwegs mit dem Fahrrad wo wir Elefanten, Zebras, Giraffen, Büffel, Springböcke und Warzenschweine erspähen. Unser Puls schnellt definitiv in die Höhe als wir einmal im hohen Gras ein Löwenrudel erkennen, das nur unweit der Strasse in der Mittagshitze ein Nickerchen hält.

In Malawi und Tansania verladen wir unsere Räder mit Sack und Pack auf altertümliche Passagierfähren und schippern gemütlich über den Malawi- und den glasklaren Tanganjikasee.Tanzania RU Kipili Lake Tanganyika MV Liemba-027bw

Bei extrem heissen Temperaturen von bis zu 45° Celsius durchqueren wir das Grenzgebiet Kenia/Äthiopien. Dabei begegnen wir auf sandigen Pisten den vom Aussterben bedrohten Turkana Urstämmen und besuchen im Süden Aethiopiens einige der bunten Märkte wo sich die hier ansässigen Naturvölker regelmässig treffen und Handel treiben.

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Im Sudan zelten wir direkt neben über 2000 Jahre alten Pyramiden und gelangen mit einem weiteren Schiff über den Nasser Stausee nach Aegypten. Im fruchtbaren Niltal und der kontrastreiche Halbinsel Sinai werden wir aus Sicherheitsgründen oft von der Polizei eskortiert, da sich die Regierung Sorgen um die Sicherheit der Touristen macht.

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In Israel pedalen wir durch die trockene Negev Wüste und zelten unter einem mit Millionen von Sternen übersäten Himmelszelt. Wir radeln weiter bis an das Tote Meer, das 400 Meter unter dem Meeresspiegel und somit dem tiefsten Punkt der Erde liegt.

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Nach einem interessanten Besuch in der heiligen Stadt Jerusalem, dessen Altstadt in muslimische, jüdische, christliche und armenische Viertel gegliedert ist und den vielen herzlichen Einladungen von Einheimischen radeln wir weiter ans Mittelmeer.

Ueber das Mittelmeer zurück nach Europa

Ein bisschen wehmütig nehmen wir Abschied vom Afrikanischen Kontinent und verladen im Hafen Ashdod die Fahrräder auf ein Frachtschiff, dass uns über das Mittelmeer in den Süden Italiens bringt. Es folgt eine abwechslungsreiche Fahrt über die Apenninen, bevor wir ein weiteres mal unsere Velos auf eine Autofähre verladen, die nach Griechenland übersetzt.

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Die letzte Etappe führt uns durch den hügeligen Balkan, von Mazedonien bis Slowenien. Wir lernen in Europa eine neue Gegend kennen und erleben eine unglaubliche Herzlichkeit der Lokalbevölkerung. Zum Endspurt pedalen wir durch den bevölkerungsreichen  und kulturell spannenden Norden Italiens und überqueren die schönen Französischen Alpen und den Jura.

Im Spätherbst 2017 kehren wir, nach 2 Jahren und 19 000 abgestrampelten und anstrengenden Kilometer durch den Afrikanischen Kontinent und den Balkan, in die Schweiz zurück, da wo am 16.Mai 2004 alles begonnen hat.

13 Jahre hatten wir das Glück und das Privileg viele interessante Länder mit  unterschiedlichsten Kulturen und Traditionen kennenzulernen. 13 Jahre Abenteuer und Freiheit in denen wir atemberaubende Landschaften, Flora und Fauna zu Gesicht bekamen. Aber vor allem haben wir unterwegs auf unserem langen Weg unzählige herzliche, liebenswerte, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen kennengelernt. Ohne diese Menschen, wären wir nie soweit gekommen und dafür sind wir sehr dankbar.

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Afrika wir kommen!

Afrika zum Greifen Nahe

Afrika, die Wiege der Menschheit und der zweitgrößte Kontinent der Erde ist zum Greifen nahe. Nach Asien und Amerika ist Afrika der bereits dritte Kontinent den wir per Fahrrad bereisen. Es ist ein sanftes Ankommen nach 2 Wochen Schiffsreise über den Atlantik. Die Vorfreude auf Südafrika ist riesig, aber zuerst ist einmal Warten angesagt denn wegen einem fehlendem Papier, muss das riesige Schiff vor der Küste ausharren. Nach 4500 nautischen Seemeilen (über 8000km) über den grossen Teich dümpeln wir nun vor der südafrikanischen Küste. Ein kleiner Vorgeschmack auf Afrika, den Geduld sollte man genug mitbringen. Wie sagt schon ein altes afrikanisches Sprichwort.

„Ihr Europäer habt die Uhren, wir haben die Zeit“

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Land in Sicht?

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Wir laufen in Hafen ein

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Schleppkahn zieht Containerschiff in den Hafen David und Goliath

Nach drei Tagen Warten ist es endlich soweit, der schwimmende Riese darf in den grössten Hafen Afrikas einlaufen. Das 335 Meter lange Containerschiff kann mit 8400 Container beladen werden, was einem Güterzug von über 50 km Länge entspricht. Der Captain und die ersten Offiziere haben inzwischen ihre T-Shirts gegen elegante Seemanns Uniformen ausgetauscht, um die Hafen- und Zollbehörde in entsprechender Aufmachung empfangen zu können.

Die Ladung wird gelöscht

Kaum hat der Riese angelegt, wird ein Teil der Ladung gelöscht und mit neuen Containern beladen. Wie von Geisterhand schwirren riesige Kranausleger über das Schiffsdeck, wo sie sich einen Container krallen um ihn kurze Zeit später millimetergenau auf der Ladefläche eines der am Hafen bereitstehenden Lastwagen abzuladen. Für uns heisst es jetzt Abschied zu nehmen. Es ist ein sanftes Ankommen nach 2 Wochen auf offener See.

Während der Atlantik Ueberfahrt hatten wir Zeit zu reflektieren, nach 5 kurzweiligen Jahren auf dem amerikanischen Kontinent. Die Containerschiffsreise gab uns auch die Gelegenheit die Distanz zwischen den beiden Kontinenten zu fühlen. Beim Gepäck ist man nicht wie beim Fliegen auf mickrige 20Kg beschränkt die Fahrräder werden nicht zusätzlich verrechnet und selbst Tuben und leere Benzinflaschen kann man problemlos mitführen.

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Fahrrad am Haken!

Wieder festen Boden unter den Füssen

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Abschiedsfoto mit Kapitän

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wohin mit all den Containern?

Sogar unser Gepäck und auch die Fahrräder werden per Schiffskrahn aus dem Bauch des Schiffes gehievt. Wir verabschieden uns vom Kapitän und der Mannschaft und verlassen mit ein wenig Wehmut das Schiff, denn wir verbrachten eine tolle Zeit an Bord. Ein letztes mal blicken wir zurück zum Schiff und schon rollen unsere Fahrräder zum ersten mal auf dem afrikanischen Kontinent!

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Radelpause in Windhoek

Nach über 85000 geradelten Kilometern stand in Windhoek für unsere treuen Aarios Fahrräder ein grosser Service auf dem Programm.
Namibia KA Goageb Simplon alte Kalkofen-028bwAuch wir gönnten uns eine Verschnaufpause trafen gute Freunde aus der Schweiz und bereisten zusammen per Mietauto das landschaftlich reizvolle Namibia.

 

 

 

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Auf Schleichwegen durch Seenlandschaften

Der Yellowhead Highway ist eine beliebte Verbindungsstrasse zwischen dem touristischen Hafenstaedtchen Prince Rupert und dem geschaeftigen Prince George, der groessten Stadt im noerdlichen Britisch Kolumbien.  Ueber den Yellowhead Highway, von der Lokalbevoelkerung auch als „Highway of Tears“  ( Strasse der Traenen) bezeichnet, wird uns eine traurige Geschichte erzaehlt. Seit mehr als 40 Jahren wurden 43 Maedchen und junge Frauen im Alter von 14-26 Jahren, die per Autostopp unterwegs waren, verschleppt. Die meisten von ihnen wurden bis heute nicht gefunden und gelten immer noch als vermisst. Als wir den naechsten Ortseingang passieren, erblicken wir auch schon ein riesiges Plakat mit dem Foto eines 16 jaehrigen Maedchen, dass seit ueber 3 Monaten vermisst wird. Mir laeuft es kalt den Ruecken runter und unbewusst trete ich schneller in die Pedalen. In Gedanken bin ich bei all den jungen vermissten Frauen und wuensche mir das dieses Monster bald geschnappt und hart bestraft wird.

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Als wir in 5000 Seelendorf Smithers eintreffen sind unsere Warmshower Gastgeber Amanda und Jon noch nicht zuhause. Wir haben die Beiden ein paar Tage zuvor angeschrieben und angefragt, ob wir ein paar Tage bei Ihnen verbringen koennen. Die Warm Showers Gemeinschaft ist ein kostenfreier, weltweiter Gastfreundschaft-Austausch für Tourenradfahrer. Menschen, die Tourenradler beherbergen wollen melden sich unter www.warmshowers.org an, stellen ihre Informationen zur Verfuegung und haben ab und zu jemanden zu Gast, mit dem sie spannende Geschichten und einen Trunk teilen. Wir vertreiben uns die Zeit in der Ortsbibliothek. In fast jedem Ort, ob Dorf oder Stadt, befindet sich eine Bibliothek, die oft eine Anlaufstelle fuer Reisende ist. Neben Buechern verfuegen sie auch meist ueber Internet, das jederman kostenlos benuetzen darf. Nicht selten treffen wir hier auf andere Reisende und koennen so gute Reisetipps austauschen. Dank diesem grosszuegigen Service, der fast flaechendecked bis in abgelegene Regionen Kanadas und auch den USA angeboten wird, ist es uns moeglich mit Familie, Freunden und Bekannten via E-Mail oder Skype in Kontakt zu bleiben.

Wir radeln nochmals zurueck zum Haus von Amanda und Jon. Sie sind jetzt zu Hause und heissen uns als Gaeste willkommen. Sie leben noch nicht lange in Smithers und kommen urspruenglich aus Toronto, aus dem Osten Kanadas.Canada BC Kitwanga to Smithers-57bsSie haben bewusst das geschaeftige Grosstadtleben gegen das beschauliche und ueberblickbare Leben in der Kleinstadt eingetauscht. Zusammen besuchen wir ein Rodeo und den Jahrmarkt. Wieder zuhause revanchieren wir uns mit einem typischen Schweizer Gericht, einem waehrschaften Kartoffelauflauf mit Salat, und selbstgebackenem Brot. Waehrend unseres Aufenthalts bringen wir die Fahrraeder und unsere gesamte Ausruestung, die durch den heftigen Regen der letzten Tage ziemlich nass und dreckig geworden sind,  wieder auf Vordermann. Die restliche Strecke des nun deutlich verkehrrseicheren Yellowhighway ist ziemlich schnell abgespuhlt.In Quesnel besuchen wir die Familie Brand. Wir haben Peter und Rene ein Jahr zuvor unterwegs kennengelernt und sie haben uns, falls wir einmal zufaellig in der Naehe sein sollten, zu sich nach Hause eingeladen. Wir verbringen ein paar erholsame Tage bei ihnen und ziehen bald darauf gestaerkt weiter. Auf Nebenstrassen die uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft in den „Interlake Distrikt“ fuehrt, gelangen wir zu traumhaft gelegenen Seen. Sie sind allesamt nur spaerlich bevoelkert und so kann man problemlos und ungestoert zelten, baden und sogar ein Feuer entfachen.

Wir erreichen Salmon Arm und besuchen unseren Bekannten Patrick, den wir ein Jahr zuvor in Keremeos kennengelernt haben. Pat wie er sich nennt, ist Quentins Vater und bei Quentin haben wir einen Sommer lang auf dessen Biobauernhof im Okanangen Tal ausgeholfen. Pat der schon seitCanada BC Salmon Arm kanu-trip-20bs laengerer Zeit pensioniert ist, verbringt gerne seine Zeit draussen in der schoenen Natur.Und trotz eingegipstem Unterarm laesst er es sich nicht nehmen uns zu einer tollen Kanutour mitzunehmen. Es ist ein herrliches Erlebniss und wir geniessen es lautlos durch das Wasser den Fluss hinab zu gleiten und die hier noch intakte Natur zu spueren. Nach einer kurzweiligen Woche bei Pat zieht es uns auch schon wieder weiter. Wir wollen die Kootenay‘s durchqueren, eine herrliche Gegend mit unzaehligen Seen. Mehrmals muessen wir eine Faehre benutzen um auf die andere Seeseite zu gelangen und immer wieder goennen wir uns einen Besuch in einer der herrlich gelegenen Thermalquellen.

Man erzaehlt uns, dass es ab Rosebery einen tollen Wander- und Fahrradweg namens „Galena trail“ nach Kaslo gibt. Dieser Weg fuehrt entlang einer ehemaligen Bahnlinie, die ehemals zum Abtransport der Mineralien in den nahegelegenen Mienen diente. Wir fuehlen uns zurueckversetzt in vergangene Zeiten, als wir dem liebevoll renovierten Weg folgen. Oftmals kann man die alten Bahnschwellen noch sehen und unter den Raedern spueren. Aber auch alte Bruecken gilt es zu ueberqueren und dann die Ueberraschung! Mangels Bruecke muss alles in eine kleine handbetriebene Seilbahn verladen werden. Viel zusaetzliche Arbeit, die aber Spass macht! Ein weiterer Hoehepunkt dieses Weges ist eine Geisterstadt und wir koennen uns nur zu gut vorstellen wie hier vor nicht allzu langer Zeit, Maenner in den Minen hart schuften mussten.

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Der Baer ist los!

In den darauffolgenden Tagen treten und schuften wir wieder und wieder die Huegel hoch und runter. Seit zwei Tagen ist der Wind unser taeglicher Begleiter und versucht uns staendig, leider meist von vorne blasend, das Leben schwer zu machen. Ploetzlich und wie aus heiteren Himmel stopt Robi abrupt und nestelt nervoes an seiner Lenkertasche herum. Ich mit meinen Gedanken irgendwo, fahre ihm fast hinten auf. Das kann nur eines bedeuten, Robi hat etwas sehr Interessantes erblickt, dass er sofort knipsen will. Ich schaue suchend in die Richtung in der ich etwas vermute. Robi raunt mir leise etwas ins Ohr. Und ich wiederhole es ueberrascht und ziemlich laut wahrnehmend wieder: “ Baer, Baer“! „Schschschschsch!“ bringt mich Robi zum schweigen. Ich bin ziemlich aus dem Haeuschen, und erspaehe mit offenem Mund, wie eine stolze Schwarzbaerenmama mit zwei suessen Babybaeren, ganz seelenruhig am Strassenrand reife Beeren verzehrt. Aus sicherer Entfernung schauen wir ihnen eine Weile fasziniert zu und lassen sie dann in Ruhe weiterschlemmen. Fast jeden Tag sehen wir nun Baeren und das meistens mit Nachwuchs. Einmal erblicken wir sogar eine beeindruckend grosse Grizzlidame mit Jungtier, die am Fluss nach Lachsen fischt. Sie versuchen mit ihren riesigen Tatzen, einige der sich muehsam flussaufwaerts kaempfenden Lachse zu fangen. Die Baeren bemerken uns schon von weitem und kaum haben wir uns versehen, sind sie bereits im dichten Gebuesch verschwunden.

Klatschnass bis auf die Haut erreichen wir frueh Abends die Meziadin Junction. Bei einer Tankstelle, die schon laenger nicht mehr in Betrieb zu sein scheint, finden wir in einem verlassenen Haus, Unterschlupf. Wir stellen darin unser Zelt auf und ziehen uns sofort etwas Trockenes an. All unsere nassen Sachen haengen wir ueber Balken zum trocknen auf. Schon bald stellen wir fest, dass wir hier nicht die einzigen Gaeste sind. Ein junger Schwarzbaer, auf der Suche nach etwas Essbarem, streicht hier umher. Er scheint an Menschen gewoehnt zu sein und ist uns gegenueber ueberhaupt nicht aengstlich oder scheu und Robi muss ihn regelrecht vertreiben. Man hat uns schon mehrmals vor diesen Abfallbaeren gewarnt. Wie der Name es schon sagt ernaehren sich die Abfallbaeren von unachtsam herumliegenden Kuechenabfaellen der Lokalen Bevoelkerung oder dem weggeworfenem Essen der Touristen. Sie gewoehnen sich an die Naehe der Menschen und verlieren somit die natuerliche Angst vor uns. Auf der Suche nach Nahrung naehern sie sich ungeniert dichter besiedelten Gebieten und kommen so den Menschen ziemlich nahe, was zu boesen Zwischen-faellen fuehren kann. Meistens werden diese Baeren so aufdringlich das sie traurigerweise erschossen werden muessen. Bevor wir auf den viel befahrenen Yellowhead Highway einbiegen, kommen wir durch die Orte Iskut und Kitwanga, beides schoene Indianer Doerfer.  Wir werden von den Ureinwohnern freundlich  willkommen geheissen,  und einige male interessiert auf unsere Reise und die schwer beladenen Fahrraeder angesprochen.  Die beachtlich grossen und farbigen Totemphaehle Eingangs der Doerfer zeugen noch Heute von der Bedeutung und der Wichtigkeit dieser Ortes fuer die Eingeborenen.

 

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Campieren in der Wildniss

Anstatt, wie die meisten Touristen den Alaska Highway zu fahren, entscheiden wir uns fuer den Cassiar Highway. Diese Strasse ist zwar mehr abgelegen und hat darum nicht all zu viele Versorgungsmoeglichkeiten um Essensvorraete entlang der Strecke aufzustocken, aber gerade deswegen ist es die wildere und interessantere Route. Fuer uns heisst das aber vor allem mehr Gewicht ueber die vielen Huegel zu schleppen. Wir packen es an, und schon bald biegen wir nach Whitehorse, auf den einsamen Cassiar Highway ein.

Es empfaengt uns eine herrlich satt gruene Waldlandschaft, mit unzaehligen glasklaren Baechen, Fluessen und Seen. Wir geniessen die Einsamkeit und Ruhe in vollen Zuegen. Da hier beinahe kein Verkehr herrscht, sind wir oft stundenlang die Einzigen unterwegs auf dieser groesstenteils asphaltierten Strasse. Unzaehlige idyllische Zeltplaetzchen, oft direkt neben romantisch plaetschernden Baechen gelegen, laden ein, um sich nach einem anstrengenden Radeltag ein erfrischendes Bad zu goennen. Wir lieben es, denn in Alaska und im Yukon ist fast nichts eingezaeunt, oder befindet sich wie anderorts im Privatbesitz. Jedermann darf hier noch wild zelten wo immer er will. Niemand stoert sich daran, denn auch die Einheimischen lieben es draussen zu sein, um in der noch groessetenteils unberuehrten Natur zu fischen, Kayak oder Kanu zu fahren, wild kampieren oder einfach wandern zu gehen. Selbst im Winter sind sie gerne draussen zum Schneeschuh laufen, Langlauf und Ski fahren oder um dem weltberuemten Iditarod Hundeschlittenrennen, das ueber 1600 Kilometer von Anchorage nach Nome fuehrt, beizuwohnen. Wir erreichen nach einigen anstrengenden Tagen in der Abgeschiedenheit den Deas Lake und somit seit laengerem wieder die Zivilisation. Deas Lake ist ein kleines Doerfchen mit einem gediegenen Restaurant, einem kleinen Hotel, einem Kamping Platz, einer Schule, einer Post- und Tankstelle. Hier findet man auch einen gut bestueckten Einkaufsladen und gleich daneben befindet sich ein kleiner Waschsalon mit Bistro. In diesem huebschen und gemuetlichen Dorf wollen wir einen Ruhetag einlegen, denn wir muessen uns dringend mit Essensvorraeten eindecken und wieder einmal Waesche waschen. Gerne wuerden wir uns wieder einmal eine warme Dusche goennen und unsere straenig fettigen Haare waschen. Normalerweise springen wir jeden Abend schnell in einen See oder Fluss und waschen uns auf diese erfrischende Art. Das mit der warmen Dusche wird aber leider nichts, denn in der Waescherei verlangen sie fuer eine Dusche, 7 Dollar pro Person. Das ist uns schlichtweg zu teuer und so bleibt uns nichts anderes ueberig, als wieder in einen Fluss zu huepfen. Auch das zelten auf dem Dorfeigenen Kampingplatz koennen wir vergessen, denn der unfreundliche Besitzer duldet nur Wohnwagen und Wohnmobile auf seinem Platz. Radfahrer, oder Rucksacktouristen, die mit dem Zelt reisen, sind nicht erwuenscht. Nicht weit vom Dorf entfernt, finden wir in einer Waldlichtung ein schon laenger leer stehendes baufaelliges Haeuschen, dass direkt neben dem schnell vorbei fliessenden Fluss steht. Der ideale Ort fuer ein weiteres Bad im eisig kalten Fluss. Die verlassene Huette muss einst von Indianern bewohnt worden sein, denn der Schuppen daneben wurde zum Raeuchern von Lachs verwendet. Wir richten es uns hier gemuetlich ein und sammeln fleissig Holz um spaeter ein heimeliges Lagerfeuer zu entfachen. So muss es sich angefuehlt haben, als die ersten Pioniere hierher kamen und ihre Huetten direkt ans Wasser bauten und sich vom Fischen und Jagen ernaehrten. Wir fuehlen uns pudelwohl und in die Zeit von damals zurueckversetzt. Am naechsten morgen packen wir unsere schmutzige Waesche zusammen und machen uns auf den Weg ins Dorf. Die Waescherei ist immer ein interessantes Oertchen um neue Leute kennenzulernen und einen Schwatz zu halten. So komme ich mit Craig einem aelteren Mann ins Gespraech der mir von seiner Familie, und dem Leben im Yukon erzaehlt. Wir schreiben das Jahr 1920 und wie viele Tausend andere auch, verlassen Craig’s Eltern, angetrieben vom Abenteuer und dem Goldrausch die Vereinigten Staaten, um im Norden von Kanada und in Alaska ihr Glueck als Goldgraeber zu versuchen. Natuerlich fanden die meisten kein Gold und waren gezwungen oft umherzuziehen, immer wieder von null anzufangen und anderen Taetigkeiten nachzugehen. Craig hat 7 Kinder, die Heute in alle Himmelsrichtungen verstreut leben. Er war dreimal verheiratet und hat alle seine Ehefrauen ueberlebt. Craigs spannendes Leben gleicht einigen anderen Geschichten, wie wir sie nur in Alaska und im Yukon von Einheimischen, darunter einige sehr interessante Charakter und Originale, immer wieder erzaehlt bekommen haben. Wir treffen in der Waescherei auch auf Eveline und Hans, ein Schweizer Paar. Wir kommen sofort ins Gespraech und verstehen uns auf Anhieb. Sie sind fuer ein paar Monate mit dem Wohnmobil in Kanada unterwegs und legen hier in Deas lake einen 2 taegigen Stop ein. Die beiden laden uns spontan in das einzige, dafuer ueberraschend gediegene, Restaurant im Dorf ein. Das Essen ist vorzueglich und es wird ein unterhaltsamer und lustiger Abend. Spaet am Abend, es ist bereits dunkel, verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zurueck zu unserem verlassenen Haeuschen. Wir schweigen, es ist ein eigenartiges Gefuehl in dieser Stille durch den dunklen Wald zu radeln. Es hat etwas Ueberwaeltigendes und Magisches, wie man es nur in der Natur weit ab von der Zivilisation erleben kann. Wir schauen hoch und ueber unseren Koepfen funkeln Millionen von Sternen auf uns herunter.

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Tauchende Elche

Eine Autofaehre setzt uns auf der gegenueberliegen Seite des breiten Yukonflusses ab. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stueck in das einst florierende Staedtchen Dawson city, im Yukon Territorium, dass eine Riesenflaeche umfasst und sage und schreibe 11 Mal mal groesser ist als die Schweiz! Das ganze Gebiet ist nach dem Yukon River benannt,

wobei das Wort Yukon in der Sprache der hier ansaessigen indianischen Urbewohner, „grosser Fluss“ bedeuted. Nachdem hier im Jahr 1896 Gold entdeckt wurde, zog der Klondike Goldrausch, auch als Yukon Goldrausch bekannt, Menschen aus allen Teilen der Welt in diese Region. Der Goldrausch hielt nur fuer ein paar Jahre an, aber in dieser Zeit transformierte das ehemalige Indianerdoerfchen in eine floriende Stadt mit ueber 40.000 Einwohner, Stand 1898. Heute ist die Bevoelkerung von Dawson city auf knapp 1400 Menschen geschrumpft, aber trotzdem konnte dieser Ort seinen urspruenglichen Charakter bewahren. Und so pilgern noch Heute jaehrlich Hunderte im Sommer an

diesen Ort, um in den Fluessen der naeheren Umgebung nach dem begehrten Edelmetall zu schuerfen. Wir treffen hier auch wieder Rene und Claudia. Die Beiden haben wir bereits in Chicken, nahe der amerikanisch-kanadischen Grenze kennengelernt. Rene und Claudia wollen heute noch eine Spritztour zum Dempster Highway unternehmen und fragen ob wir mitkommen wollen. Der Dempster Highway fuehrt durch die Arktische Wilderness von Dawson City bis Inuvik. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, denn in dieser abgelegenen Gegend erwartet einen einen eine einzigartige Landschaft.

Nach gut 3 Stunden Fahrzeit kommen wir am „Two Moose“ See vorbei. Nachdem wir bereits auf der Anfahrt zum Demspter Highway zwei Moose sichteten, haben wir auch hier wieder Glueck und ein weiteres mal koennen wir eines dieser grossen Tiere bewundern. Dieses Exemplar steht doch tatsaechlich inmitten des kleinen Sees und taucht seelenruhig nach frischem Gras! Das Moose, auch Eurasian Elch genannt, ist die groesste Spezies in der Familie der Hirsche und ein ausgewachsenes Exemplar wiegt gut und gerne eine halbe Tonne und mehr.

Wenn man ihnen und ihren Jungen zu nahe kommt, koennen die Konsequenzen fatal sein, denn diese Viecher koennen mit ihren langen staksigen Beinen in alle Richtungen ausschlagen. Einheimische erzaehlen uns, das schon Leute von diesen riesigen Viechern zu Tote getrampelt wurden, wenn sie ihre Jungen in Gefahr sehen. Wir bleiben auf alle Faelle auf sicherer Distanz und schauen von der Ferne zu, wie diese Schwergewichter genuesslich ein Bad nehmen im gleichnamigen See. Als wir am naechsten morgen frueh auf den Campingplatz zurueckkehren, herrscht um 4 Uhr morgens immer noch Abend-daemmerung und es faellt einem trotz Muedigkeit schwer, schlafen zu gehen, denn im Sommer wird es in diesen Breiten-graden gar nie richtig finster! Bevor wir unsere Reise Richtung Whitehorse fortsetzen, muessen wir natuerlich noch unser Glueck im ortsansaessigen Non Profit Casino herausfordern. Leider ist uns das Glueck diemal nicht hold und schon bald sind wir unseren Einsatz los. Das ist aber halb so wild, denn der gesamte „Ertrag“ wird der Stadt gespendet, die diese Gelder fuer die Renovation der historischen Gebaeude einsetzt und so hat das Verlieren durchaus seine guten Seiten. 😉

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck, verabschieden wir uns von Rene und Claudia. Der erste Teil von Dawson City nach Whitehorse soll ziemlich eintoenig sein und so wollen wir diesen Abschnitt zuegig abstrampeln. Als wir so vor uns hin radeln, rollt auf einmal neben uns ein roter VW Bus. „Hallo seit ihr auch aus der Schweiz?“  Wir schauen  zur Seite und sehen ein junges Paaerchen das sich aus dem Fenster lehnt und uns angrinst.“ Natuerli!“ antworten wir in Schwitzerdeutsch. Wir stoppen und kommen auch gleich mit Guido und Miriam ins Gespraech. Sie reisen mit Guschti, einem von Guido liebevoll renovierten VW Bus. Sie sind auch schon laenger unterwegs und nach einem angeregten Gespraech, verabreden wir uns am spaeteren Nachmittag im naechsten Dorf. Die Beiden haben in der

Zwischenzeit bereits einen geeigneten Campingplatz fuer die Nacht ausgekundschaftet. Als wir den herrlich an einem Fluss gelegene Plaetz erreichen, hat Guido hat soeben ein Feuer entfacht. Wir goennen uns eine Erfrischung im klaren Fluss und freuen uns auf das Barbeque. Bis in die fruehen Morgenstunden werden Reiseerlebnisse ausgetauscht und dabei erfahren wir, dass Guido mit seinem treuen Guschti schon den ganzen Weg von Suedamerika hoch bis in den Yukon gefahren ist und Miriam seit Mexiko mit von der

Partie ist. Wir verabreden uns noch ein weiteres mal in Whitehorse, wo wir bei strahlendem Sonnenschein, im Freien ein Picknick veranstalten, nur unweit von einem herrlich renovierten Raddampfer. Diese spielten waehrend dem Goldrausch eine wichtige Rolle, denn sie versorgten die Goldsucher mit dem Noetigsten wie Esswaren und Werkzeugen, brachten aber auch privilegierte Gluecksritter, die sich diese kostspielege Passage leisten konnten, zu den begehrten Goldfeldern. Wir setzen unsere Reise Richtung Sueden fort und haben vor entlang dem Cassiar Highway zu radeln.

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zum grossen Fluss

Der Top of the World Highway ist ein ueber 100 Kilometer langer Highway im kanadischen Territorium Yukon, der an der Grenze zu Alaska in den Taylor Highway uebergeht. Vor dem Bau des Klondike Highways war er die einzige Strassenverbindung nach Dawson City. Die Strasse schlaengelt sich dem Huegelkamm entlangschlang und man hat einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Taeler.

Die Schotterstrasse in das hueglige Gebirge beginnt auch gleich mit einem deftigen  und steilen Aufstieg. Wir strampeln keuchend den Huegel hoch. Begleitet werden wir von einem Schwarm kleiner, aber aeusserst hartnaeckigen Fliegen, die sich durch unsere Schweissausduenstung angezogen, wie verrueckt auf uns stuerzen. Man kommt nicht drum herum und oefters werden die kleinen Biester von uns durch die Nase eingesaugt und ungewollt verschluckt. Es hat in den letzten Tagen viel geregnet und in einigen Passagen wurde die Strasse regelrecht weggespuehlt. Riesige Strassenmaschinen haben die Strasse bereits vom groebsten Schlamm befreit, aber das staendige Auf und Ab bringt uns an die Grenzen unserer Kraefte. Wir sind jetzt nicht mehr weit von der kanadischen Grenze entfernt, doch der letzte Aufstieg hat es in sich und so erreichen wir den Grenzposten voellig erschoepft und gerade noch rechtzeitig, bevor dieser fuer Heute seine Pforten schliesst.

Noch immer ausser Atem, uebergeben wir dem grumeligen amerikanischen Grenzbeamten die gruene Besucherkarte und schieben danach unsere Fahrraeder weiter zum kanadischen Grenzhaeuschen. Der junge Zollbeamte schaut uns ziemlich erstaunt an und fragt uns, ob wir tatsaechlich mit dem vielen Gepaeck den langen Weg hier hinauf gefahren sind.Grinsend und immer noch ausser Puste nicken wir. Er ist beeindruckt von unserer Leistung und so reden wir noch eine Weile ueber das Veloreisen, bevor wir zum offiziellen Teil kommen. Nach den obligaten Fragen, ob wir zum Beispiel Schusswaffen mitfuehren, bekommen wir einen weiteren Stempel in unsere Paesse gedrueckt. Dieser erlaubt uns fuer 6 Monate in Kanada herumzureisen. Liebenswuerdigerweise fuellt der Beamte noch alle unsere Trinkflaschen und wuenscht uns eine gute Reise. Wir sind erstaunt ueber die Freundlichkeit und Lockerheit des jungen Beamten, der im Gegensatz zu seinem amerikanischen Kollegen, auch keine Dienstwaffe traegt. Die Schufterei ist hat aber fuer Heute noch kein Ende, denn der Top ist immer noch nicht erreicht und so erwartet uns zu bereits fortgeschrittener Stunde ein steiler, zum Glueck nicht allzu langer Aufstieg. Wir werden belohnt mit einer rasanten Abfahrt, auf jetzt aspahltierter Strasse, bevor wir einen geeigneten Platz fuer unser Zelt finden. Nach einer warmen Mahlzeit kriechen wir voellig erschoepft in unsere Schlafsaecke. Am naechsten Morgen, die Sonne blinzelt am Horizont, geniessen wir noch etwas verschlafen die grandisoe Aussicht, als eine Herde Caribbos (Rentiere), elegant den Berg heruntklettert und ohne Scheu an uns vorbeizieht. Schnell schnappt sich Robi die Kamera, und knippst was das Zeugs haelt, bis die Gruppe langsam in der Ferne verschwunden ist. Nach dem Fruehstueck setzen wir unsere Fahrt Richtung Dawson city fort und leider endet auch schon bald die Herrlichkeit der asphaltierten Strasse. Wir haben ueberhaupt nichts gegen Schotterpisten, solange es nicht regnet und diese befestigt sind. Aber hier werden wir immer wieder mit steilen Rampen konfrontiert. Das heisst viel Schieberei und in den Abfahrten musst du hoellisch aufpassen, dass dir das Vorderrad nicht auf dem losen Kies wegrutscht!

Dazu gesellt sich der Umstand, dass es hier knochentrocken ist. Das heisst, wir passieren auf dem ganzen Abschnitt keinen Fluss, oder Bach und es lebt hier auch keine Menschenseele, bei der man nach dem kostbaren Nass fragen koennte. Es bleibt uns so nichts uebrig als eines der zahlreichen Wohnmobile anzuhalten, und nach Trinkwasser zu fragen. Gerne sind uns diese wie immer behilflich und wir sind ihnen sehr dankbar dafuer. Am Abend als wir gerade unser Zelt aufbauen, gesellt sich ein Campervan zu uns. Neben Trinkwasser offeriert uns das freundliche Paaerchen genuegend Wasser, so dass es heute Abend sogar zu einer Wassersackdusche reicht. Am naechsten Tag und nach einer langen Abfahrt koennen wir weit unten das erste mal den Yukon fluss, was uebersetzt grosser Fluss bedeuted, erspaehen. In der naechsten Kurve erhaschen wir bereits den ersten Blick auf Dawson city. Schnell haben wir das Flussufer des grossen Stromes erreicht und warten gespannt auf die Faehre, die uns auf die andere Seite, nach Dawson city bringen wird.

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Auf nach Chicken (Huhn)!

Warum nicht einfach ein Paket mit Esswaren vorausschicken? Schon die Pharaonen, im antiken Aegypten (2400 BC) setzten Kuriere ein! Wenn du innerhalb von Alaska ein Paket sendest, kostet das nicht allzu viel. So praeparierten wir in Chugiak, bei unseren Freunden Ella und Till, zwei Pakete mit Lebensmittel und bringen diese zur lokalen Poststelle. An den Ort an den wir das Paket schicken wollten, hiess urspruenglich Ptarmigan. Diesen Namen konnten aber die ersten weissen Siedler nur schwer aussprechen und so einigte man sich auf den Namen Chicken, zu deutsch Huhn, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Man kann es kaum glauben, aber Chicken, mit einer Bevölkerung von sieben Menschen (Stand 2010), hat doch tatsaechlich eine eigene Post. Das Dorf ist eines der wenigen ueber- lebenden Goldgraeberstaedtchen in Alaska. Auch wenn man nicht auf der Suche nach Gold bist, dieses Dorf ist allemal einen Besuch wert. Es gibt immer noch viele aktive Goldschuerfstellen in diesem Bereich, und man trifft hier immer noch viele Abenteurer die nach Gold schuerfen. Neben einem Paket mit Lebensmitteln erwarteten wir in Chicken auch ein groesseres Packet mit dringend benoetigten Ersatzreifen und neuen Ortlieb Packsaecken. Als wir uns auf der kleinen Poststelle nach den Paketen erkundigen, schuettet es wie aus Kuebeln! Robin, die zustaendige Post- angestellte, erklaert uns, dass alle Pakete mit einem kleinen Flugzeug nach Chicken eingeflogen werden.Da im Moment aber die Wolken zu tief hangen, ist es fuer den Piloten zu gefährlich, ueber die Berge zu fliegen. Das gibt uns etwas Zeit, die Umgebung ein bisschen naeher zu erkunden und im „Centrum“ von Chicken die beruehmten und sehr schmackhaften Zimtschnecken zu probieren. Sie sind wirklich einzigartig;-) Schliesslich klaert das Wetter auf und Robin informiert uns umgehend, dass das kleine Flugzeug auf dem Weg ist. „Wollt ihr mit mir auf den Flugplatz kommen, und nachsehen ob das Packet angekommen ist?“, fragte sie uns freundlich. „Das wäre toll!“ antwortet Monika mit einem erwartungsvollen Laecheln im Gesicht.

Kaum sind wir auf dem Rollfeld angelant, da taucht der kleine Flieger bereits hinter dem naechsten Huegel auf und setzt zur Landung an. Als das kleine Flugzeug zum stehen kommt, helfen wir den Flieger zu entladen und erkennen dabei sofort unsere dringend benoetigten Pakete. „Es fühlt sich an wie Weihnachten im Sommer, so viele Pakete!“ ruft Robi ausgelassen. 😉 An dieser Stelle gebuehrt ein grosses Dankeschoen an Linda & Angie, unseren tollen Gastgeber aus Anchorage, die unsere dringend benoetigten Paket umgehend nach Chicken weitergeleitet haben. Ebenso bedanken wollen wir uns bei der Firma Ortlieb, fuer die  neuen Packtaschen und Packsaecke.

Kaum zurueck im Dorf, werden sofort die neuen Reifen montiert und die brand neuen Ortliebtaschen gepackt. Obwohl es spaet am Nachmittag ist koennen wir uns trotzdem noch fuer ein paar Stunden auf die Raeder schwingen, denn das ist das verrueckte am Sommer in Alaska und im Norden Kanadas. Die Tage dauern fast 24 Stunden und es wird fuer nur 3 Stunden dunkel. Unser naechstes Ziel ist nun der „Top of the World“ Highway, von wo wir die Grenze nach Kanada ueberqueren wollen. Aber dazu mehr im naechsten Blog-Eintrag.

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Rollende Haeuser

Wir entscheiden uns fuer den nicht asphaltierten Denali Highway. Trotz schwierigen Strassenverhaeltnissen wollen wir durch diese huegelige Region radeln. Wir bereuen es nicht und werden mit einer herrlichen Landschaft verwoehnt wie wir es uns nicht besser
ertraeumen konnten. Um uns herum sind gigantische Bergketten. Gleich am Anfang kaempfen wir uns keuchend den Berg hinauf und erreichen einen wunderschoenen See
an dem wir uebernachten wollen. Sogleich springen wir hinein und erfrischen uns im kuehlen Nass.

Es steht schon ein Wohnmobil da und so wollen wir uns gleich bekannt machen mit den Leuten. Es stellt sich heraus das es sich um Jill und Martin, ein englisches Paar in den Fuenfzigern handelt. Wir sind uns gleich symphatisch und kommen schnell miteinander ins Gespraech. Bei Kaffe und Dessert, dass sie uns grosszuegig in ihrem praktisch eingerichteten Wohnmobil offerieren, erzaehlen sie uns, dass sie auch auf Weltreise sind und zu Hause in England alles verkauft haben und dann aufgebrochen sind in ein ungewisseses Abenteuer. Es wird ziemlich spaet, denn es wird viel geredet und gelacht . Gerade das ist das schoene am Reisen, man trifft immer wieder interessante Menschen und jeder hat eine Geschichte zu erzaehlen, bewegende Geschichten die das Leben schrieb. Zwei Tage spaeter treffen wir die Beiden noch einmal unterwegs und wieder halten sie an und laden uns abermals zum Tee ein.

Es wimmelt in Alaska, Kanada und den uebrigen US-Staaten nur so von Wohnmobilen. Es sind kleine, grosse, alte, oder neue Autos mit Schlafgelegenheit, Camper, Wohnmobile, Wohnwagen, oft regelrechte Busse, gemietete, gekaufte, eigene, ausgeliehene und weiss Gott noch fuer welche. Wir lernen so einige Besitzer, mit ihren fahrenden Haeusern kennen. Es gibt wahrscheindlich nicht den typischen Wohnwagenbesitzer. Sie sind jung, alt, Singel, Paaerchen, reisen mit der ganzen Familie, alleine, oder sind in Gruppen unterwegs. Wir bekommen eine ganz andere Sichtweise von den Wohnwaegeler oder RV‘lern wie man sie hier in Nordamerika nennt. So sind viele von ihnen ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten oder Jahren unterwegs. Einige erzaehlen uns, dass sie fuer einige Monate eine Auszeit genommen haben von einem gestressten westlichen Leben, andere wiederum waren ihren geregelten Alltag ueberdruessig und haben alles verkauft, ihr sicheres Leben aufgegeben und sind aufgebrochen in noch fremde Kontinente und Laender, um diese und seine Menschen naeher kennenzulernen. Wieder andere sind pensioniert und koennen endlich ihren langersehnten Traum erfuehlen und mit ihren Wohnmobilen herumreisen. Und dann sind da noch die Wohnwaegler die ihr ganzes Leben darin wohnen und von einem Ort zum andern ziehen ohne sesshaft werden zu wollen. Nichts ist Richtig, nichts ist falsch. Es ist nur unterschiedlich und das macht das Leben ja erst richtig interessant. Auf der gesamten Strecke von Alaska durch Kanada werden wir immer wieder von liebenswuerdigen Landsleuten, aber auch vor allem von vielen Deutschen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, angehalten und regelrecht verwoent. Nach so einer Kaffee- und Teepause mit Kuchen oder sogar Schweizer Schokolade ist man dann wieder frisch motiviert und munter fuer die naechsten Huegel die da kommen. Dafuer moechten wir uns an dieser Stell nochmals ganz herzlich bedanken.

Grazia fitg, vile Dank, Merci beaucoup, mille grazie. 😉

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