Auf nach Chicken (Huhn)!

Warum nicht einfach ein Paket mit Esswaren vorausschicken? Schon die Pharaonen, im antiken Aegypten (2400 BC) setzten Kuriere ein! Wenn du innerhalb von Alaska ein Paket sendest, kostet das nicht allzu viel. So praeparierten wir in Chugiak, bei unseren Freunden Ella und Till, zwei Pakete mit Lebensmittel und bringen diese zur lokalen Poststelle. An den Ort an den wir das Paket schicken wollten, hiess urspruenglich Ptarmigan. Diesen Namen konnten aber die ersten weissen Siedler nur schwer aussprechen und so einigte man sich auf den Namen Chicken, zu deutsch Huhn, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Man kann es kaum glauben, aber Chicken, mit einer Bevölkerung von sieben Menschen (Stand 2010), hat doch tatsaechlich eine eigene Post. Das Dorf ist eines der wenigen ueber- lebenden Goldgraeberstaedtchen in Alaska. Auch wenn man nicht auf der Suche nach Gold bist, dieses Dorf ist allemal einen Besuch wert. Es gibt immer noch viele aktive Goldschuerfstellen in diesem Bereich, und man trifft hier immer noch viele Abenteurer die nach Gold schuerfen. Neben einem Paket mit Lebensmitteln erwarteten wir in Chicken auch ein groesseres Packet mit dringend benoetigten Ersatzreifen und neuen Ortlieb Packsaecken. Als wir uns auf der kleinen Poststelle nach den Paketen erkundigen, schuettet es wie aus Kuebeln! Robin, die zustaendige Post- angestellte, erklaert uns, dass alle Pakete mit einem kleinen Flugzeug nach Chicken eingeflogen werden.Da im Moment aber die Wolken zu tief hangen, ist es fuer den Piloten zu gefährlich, ueber die Berge zu fliegen. Das gibt uns etwas Zeit, die Umgebung ein bisschen naeher zu erkunden und im „Centrum“ von Chicken die beruehmten und sehr schmackhaften Zimtschnecken zu probieren. Sie sind wirklich einzigartig;-) Schliesslich klaert das Wetter auf und Robin informiert uns umgehend, dass das kleine Flugzeug auf dem Weg ist. „Wollt ihr mit mir auf den Flugplatz kommen, und nachsehen ob das Packet angekommen ist?“, fragte sie uns freundlich. „Das wäre toll!“ antwortet Monika mit einem erwartungsvollen Laecheln im Gesicht.

Kaum sind wir auf dem Rollfeld angelant, da taucht der kleine Flieger bereits hinter dem naechsten Huegel auf und setzt zur Landung an. Als das kleine Flugzeug zum stehen kommt, helfen wir den Flieger zu entladen und erkennen dabei sofort unsere dringend benoetigten Pakete. „Es fühlt sich an wie Weihnachten im Sommer, so viele Pakete!“ ruft Robi ausgelassen. 😉 An dieser Stelle gebuehrt ein grosses Dankeschoen an Linda & Angie, unseren tollen Gastgeber aus Anchorage, die unsere dringend benoetigten Paket umgehend nach Chicken weitergeleitet haben. Ebenso bedanken wollen wir uns bei der Firma Ortlieb, fuer die  neuen Packtaschen und Packsaecke.

Kaum zurueck im Dorf, werden sofort die neuen Reifen montiert und die brand neuen Ortliebtaschen gepackt. Obwohl es spaet am Nachmittag ist koennen wir uns trotzdem noch fuer ein paar Stunden auf die Raeder schwingen, denn das ist das verrueckte am Sommer in Alaska und im Norden Kanadas. Die Tage dauern fast 24 Stunden und es wird fuer nur 3 Stunden dunkel. Unser naechstes Ziel ist nun der „Top of the World“ Highway, von wo wir die Grenze nach Kanada ueberqueren wollen. Aber dazu mehr im naechsten Blog-Eintrag.

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