Ausgepumpt!

Wir sind wieder unterwegs! Mit schwerem Herzen nehmen wir von Ella und Till Abschied. Die Beiden begleiten uns noch ein paar Kilometer mit dem Auto. Wir wurden haben in ihrem gemuetlichen Heim  so herzlich wilkommen geheissen und haben uns dort so wohl gefuehlt, so dass wir jetzt das Gefuehl haben von zuhause loszufahren. Wir danken euch, Ella und Till, vielmals fuer die warme Gastfreundschaft. Fuer 2 Wochen wart ihr wie Ersatzeltern fuer uns!
Die Sonne strahlt uns ins Gesicht als wir auf dem Parks Highway…Kilometer um Kilometer abradeln. Trotz allem Konfort, fuehlt es sich gut an wieder unterwegs und draussen zu sein. Es wird nur ein kurzer Tag, da wir ziemlich spaet gestartet sind. Die erste Uebernachtung uebertrifft aber alle unsere Erwatungen. Das Zelt wird kurzerhand direkt auf einem Steg, in atemberaubender Lage an einem See, aufgeschlagen. Ein gewaltiges Panorama mit Bergen spiegelt sich vor uns im Wasser. Wir koennen uns lange nicht satt sehen. Es macht uns nur eines nervoes, naemlich der Umstand, dass wir ab sofort in einer Region unterwegs sind, in denen es nur so von Baeren wimmeln soll. Der Tag darauf bringt viel Ueberraschendes. Frueh gehts los und auch heute spielt das Wetter wieder toll mit. Aber bereits nach knapp 40Kilometer werden wir durch ein unangenehmes Geraeusch jaeh gestoppt! Oh nein! Erst der zweite Tag unterwegs und schon ein Platfuss. Normalerweise ist das ueberhaupt kein Problem, aber als Robi mich nach der Pumpe fragt und ich in der Tasche nachsehe, kann ich nur den Kopf schuettlen. Und bereits im naechsten Augenblick wissen wir, wo sich die Pumpe befindet. Sie liegt doch noch tatsaechlich bei Ella und Till, auf dem Holzstapel vor dem Haus, da wo Robi noch vor der Abfahrt die Reifen gepumpt hat.:-(

Was koennen wir tun? Wir ueberlegen hin und her und entschliessen eines der hier zahlreich frequentierenden Autos anzuhalten. Aber wie erkennt man einen Autofahrer mit Fahrradpumpe? Wir halten nach Autos mit Fahrradtraeger Auschau, aber das schraenkt die Anzahl drastisch ein! Und so entschliesst sich Robi mit dem platten Rad in der Hand, einfach langsam der Strasse entlang zu schlendern, in der Hoffnung jemanden mit einer Pumpe anzutreffen.

Schon kurze Zeit spaeter kann ich Robi nicht mehr sehe und es vergeht sicher gut eine halbe Stunde, bis er in Begleitung eines Mannes zurueck kommt. Dan ist Pfarrer in der nur 500 Meter entfernten Kirche, also gleich um die Ecke. Er hat zwar keine Pumpe, offeriert aber liebenswuerdigerweise Robi eine Mitfahrgelegenheit zu der naechsten Tankstelle, wo man hoffentlich den Reifen aufzupumpen kann. Wenig spaeter sind die Beiden tatsaechlich mit dem gepumpten Reifen wieder zurueck. Da Dan sehr interssiert ist an unserer Reise, macht er uns den Vorschlag, bei der Kirche vorbeizuschauen und einen kleinen Schwatz zu halten. Gesagt getan!

Da es inzwischen schon spaet geworden ist fragen wir Dan ob wir eventuell hinter der Kirche zelten koennen, darauf hin meint Dan, wir sollen doch einfach im Gemeinschaftsraum der Kirche uebernachten. Wir sind uebergluecklich, denn die Kirche hat eine Dusche und auch die dazugehoerende Kueche duerfen wir benutzen. Das ist wirklich sehr grosszuegig!.

In der Zwischenzeit haben wir Ella und Till informiert und sie wollen uns doch tasaechlich die Pumpe am naechsten Morgen nachbringen. Frohen Mutes, machen wir es uns im Gemeinschaftsraum der Kirche gemuetlich und schlafen bald darauf ein.

Frueh wachen wir am naechsten Morgen auf und bereiten uns wie immer ein ausgiebiges Fruehstueck zu.Bald darauf fahren unsere Freunde mit der Fahrradpumpe ein. Die Wiedershensfreude ist gross und wer haette gedacht, dass wir uns bereits nach 2 Tagen wieder sehen werden. Dan gesellt sich zum illustren Gueppchen und macht uns den Vorschlag am Nachmittag mit ihm und seinem Schwiegersohn eine Kayaktour zu unternehmen. Angesichts des anhaltend schoenen Wetters klingt dass wie Musik in unseren Ohren und so muessen wir nicht lange ueberlegen.

Moni hat allerding Bedenken un informiert Dan, dass sie keine geuebte Kayakfahrerin ist. Dan beruhigt uns aber sogleich. Der Fluss sei einfach zu befahren und es gaebe nur ganz kleine, harmlose Strommschnellen. Wir nehmen ihn beim Wort und kurze Zeit spaeter sitzen wir mit ihm, seinem Schwiegersohn und den Kayaks bereits im Auto und fahren Richtung Willow Fluss.

Es fuehlt sich gut an im Kayak.Wir haben herliches warmes Wetter und die Natur um uns ist atemberaubend. Langsam padeln wir uns vorwerts und das Boot gleitet ruhig und gemaehchlich durchs Wasser.

Riesige Lachse schwaermen um uns herum und es ist eine Freude ihnen zuzuschauen, wie sie sich muehelos den Strom aufwerts kaempfen.Wow, einige springen sogar aus dem Wasser!Entsetzt stellt Moni fest, dass die Fahrt immer schneller wird. Zum Teil riesige Holzstuempfe schwimmen im Fluss oder ragen weit aus dem Wasser. Mit Mueh und Not koennen wir zuerst noch allem was uns so entgegenkommt ausweichen. Aber vor allem fuer Moni wird es immer prekaerer und prompt uebersieht sie einen Holzstamm und bereits im naechsten Moment kippt sie langsam zur Seite und schon ist sie weg! Prustent kaempft sie sich wieder an die Oberflaeche und versucht sich krampfhaft ans Kayak zu klammern um so wieder kontrolle ueber die ganze Situation zu bekommen. Sie kann aber das Kayak nicht halten und es entgleitet ihr. Dan versucht zu helfen und greift seinerseits nach dem gekenterten Kayak als es neben ihm vorbeigleitet. Er kann es fassen aber nur fuer kurze Zeit halten, denn auch er haengt am Baumstamm ein und kippt wie zuvor Moni, ins Wasser. Erschoept erreicht Moni das rettende Ufer und sieht wie ein nasser Pudel zum schreien komisch aus. Dan steigt wieder in sein Kayak und zusammen koennen wir Moni‘s Boot samt Padel bergen. Als Moni den groesste Schrecken ueberwunden hat, steigt sie wieder mutig ins Kayak. So schnell will sie nicht aufgeben! Und tatsaechlich nach der ersten Aufregung kann sogar Moni noch die Fahrt in der herrlichen Landschaft geniessen.

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