Wie Zuhause

Linda und Angie, bei denen wir fast eine Woche in Anchorage verbringen, sind sehr behilflich und ermoeglichen uns auch den Besuch des Alaska Wildlife Naturschutz Zentrums. Auf dem grossen eingezaeunten Gelaende koennen sich die einheimischen Tiere ungestoert bewegen. Die Mehrheit der Tiere sind Waisen. Viele von ihnen waren entweder verletzt oder krank und koennten in der Wildniss..nicht mehr ueberleben. Fuer uns ist das eine einmalige Gelegenheit Baeren, Elche, Caribous, Bueffel, einen Weisskopf Adler mit nur einem Fluegel und sogar ein Stachelschwein gefahrenlos naeher zu studieren und einiges mehr ueber diese faszinierenden Kreaturen zu erfahren, bevor wir diesen in der freien Wildbahn begegnen werden. Vor einem Jahr lernten wir Ruth, eine 75 jaeherige Schweizerin kennen. Sie lebt schon ein halbes Jahrhundert in Britisch Kolumbien, Kanada und hat uns im Herbst 2010 herzlich bei sich zu hause aufgenommen. Ruth erzaehlte uns damals viel von ihrer Freundin Ella. Wir besuchen Ella in Alaska. Sie ist ebenfalls Schweizerin und lebt seit 52 Jahren mit ihrem Mann Till, und Till’s Bruder Mike im hohen Norden. Sie wohnen in Chugiak, nur unweit von Anchorage in einem gemuetlichen Blockhaus, idyllisch gelegen auf einem Huegel inmitten im Wald. Auch Ruth ist von Kanada eingeflogen. Welch ein Wiedersehen! Wir haben uns viel zu erzaehlen. Ruth, Ella und Sonja, eine dritte Schweizerin, die heute auch in Kanada lebt, radelten in 1959 von Kanada nach Alaska. Auch Till erzaehlt uns von seiner abenteuerlichen Reise die er 1951 per Anhalter um die Welt gemacht hat. Wir fuehlen uns hier sofort wohl und herzlich aufgenommen in diesem netten Grueppchen. Wir haben viel gemeinsam und es wird viel gelacht und berichtet von unseren abenteuerlichen Reisen.

Robi steht immer ziemlich frueh auf. Eines Morgens entdeckt er voller entzuecken zwei spielende Schwarzbaeren auf der Einfahrt. Er will mich rufen aber als ich dazukomme sind sie schon weg und ich hoere nur noch ein knackendes Geraeusch im Gebuesch.Wir bekommen immer wieder Besuch von kleinen und groesseren Tierchen, etwas was uns wohl noch lange im Gedaechtnis haften bleibt. Ein paar Tage bevor wir losrollen, kaufen wir noch tuechtig im nahen Supermarkt ein um auch sicher genug Proviant fuer unterwegs dabei zu haben. Es wird alles fein saeuberlich in unseren neuen Ortlieb Fahrradtaschen gepackt und in unserer kleinen Huette neben dem Haus verstaut. Es hat sich wahrscheinlich ziemlich schnell unter den Tieren im Wald herum gesprochen, dass wir im herzigen Chalet allerlei Leckereien bunkern. Am naechsten Tag stellen wir mit entsetzen fest, dass sich ein hungriges Eichhoernchen an unseren brandneuen Velotaschen vergangen hat und ein riesiges Loch in eine der Taschen gefressen hat. Robi steht unter Schock und kann es kaum fassen. Es gelingt uns aber die Tasche ganz anstaendig zu flicken und so kann uns nichts mehr von unserer Weiterreise abhalten. Die Vorfreude hat uns furchtbar gepackt wir koennen es kaum noch erwarten bis wir am naechsten Morgen wieder  auf unseren Stahlroessern sitzen und Kilometer abspulen.

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Ereignissreiche Schiffsfahrt nach Alaska

Mit einem lachenden und weinenden Auge winken wir ein letztes mal zurueck. Wir werden das entspannte Insel Leben vermissen,
aber wir freuen uns auch riesig auf neue spannende Abenteuer und interessante Begegnungen. Nach einer einjaehrigen Pause, setzen wir unsere Fahrradweltreise fort, aber vorher verbringen wir noch ein paar Tage mit unseren Freunden Isa&Jack in Bellingham. Sie waren uns eine grosse Hilfe und haben uns bei den letzten Reisevorkehrungen tatkraeftig unterstuetzt.

Wir wollen gerade die Faehre besteigen, die uns von Bellingham nach Alaska bringen soll, als Isa und Jack uns in letzter Minute noch erwischen und uns unser vorgekochtes essen, das wir bei ihnen im Kuehlschrank vergessen haben, uebergeben koennen. 5 Tage sind wir auf der Faehre. Wir haben Glueck und das Wetter spielt mit.  Sonnenschein und klar-blauen Himmel begleitet uns auf dieser Schiffsfahrt durch eine atemberaubende Landschaft.

Der Kapitaen gibt eine Durchsage durch und macht uns auf Wale auf der linken Seite aufemrksam. Alles rennt nach links und tatsaechlich sehen wir eine grosse Gruppe Wale, welche uns mit ihren spektakulaeren Spruengen entzuecken. Wir haben auf unserer Reise noch nie Wahle gesehen und sind von den grossen Tieren so fasziniert,  dass wir aus dem staunen nicht mehr herauskommen. In den naechsten paar Tagen sehen wir malerische kleine Fischerdoerfer die sich huebsch in die herlliche Waldlandschaft ans Meer gliedern. Gruppen von Delphinen begleiten uns und machen sich einen Spass daraus, neben unserer Faehre auf und ab zu springen. In den letzten zwei Tagen wechselt das Wetter und es wird zunehmend rauer auf hoher See.

Moni rennt abwechselnd vom Zelt, dass         wir auf dem Sonnendeck aufgestellt haben, zur Toillete um sich immer mal wieder zu uebergeben. In Alaska angekommen und ziemlich gluecklich wieder festen Boden unter den Fuessen zu haben, weicht auch bei Moni bald  wieder die gruene Farbe  aus dem Gesicht.

Wir bleiben ein paar Tage bei lieben Freunden in der Stadt und ersetzen wichtige Teile unserer Ausruestung. Ortlieb der Fahrradtaschen Hersteller ist von unserer Reise so begeistert,  dass die Firma uns mit brandneuen Taschen ausstattet. Wir sind uebergluecklich! Nach 7 Jahren und unzahligen Flickstellen sind die Taschen nicht mehr wasserdicht und es ist hoechste Zeit diese auszuwechseln. Wir sind Ortlieb sehr dankbar und moechten uns auf diesem Weg noch einmal herzlich fuer dieses grosszuegige Geschenk bedanken.

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