Rollende Haeuser

Wir entscheiden uns fuer den nicht asphaltierten Denali Highway. Trotz schwierigen Strassenverhaeltnissen wollen wir durch diese huegelige Region radeln. Wir bereuen es nicht und werden mit einer herrlichen Landschaft verwoehnt wie wir es uns nicht besser
ertraeumen konnten. Um uns herum sind gigantische Bergketten. Gleich am Anfang kaempfen wir uns keuchend den Berg hinauf und erreichen einen wunderschoenen See
an dem wir uebernachten wollen. Sogleich springen wir hinein und erfrischen uns im kuehlen Nass.

Es steht schon ein Wohnmobil da und so wollen wir uns gleich bekannt machen mit den Leuten. Es stellt sich heraus das es sich um Jill und Martin, ein englisches Paar in den Fuenfzigern handelt. Wir sind uns gleich symphatisch und kommen schnell miteinander ins Gespraech. Bei Kaffe und Dessert, dass sie uns grosszuegig in ihrem praktisch eingerichteten Wohnmobil offerieren, erzaehlen sie uns, dass sie auch auf Weltreise sind und zu Hause in England alles verkauft haben und dann aufgebrochen sind in ein ungewisseses Abenteuer. Es wird ziemlich spaet, denn es wird viel geredet und gelacht . Gerade das ist das schoene am Reisen, man trifft immer wieder interessante Menschen und jeder hat eine Geschichte zu erzaehlen, bewegende Geschichten die das Leben schrieb. Zwei Tage spaeter treffen wir die Beiden noch einmal unterwegs und wieder halten sie an und laden uns abermals zum Tee ein.

Es wimmelt in Alaska, Kanada und den uebrigen US-Staaten nur so von Wohnmobilen. Es sind kleine, grosse, alte, oder neue Autos mit Schlafgelegenheit, Camper, Wohnmobile, Wohnwagen, oft regelrechte Busse, gemietete, gekaufte, eigene, ausgeliehene und weiss Gott noch fuer welche. Wir lernen so einige Besitzer, mit ihren fahrenden Haeusern kennen. Es gibt wahrscheindlich nicht den typischen Wohnwagenbesitzer. Sie sind jung, alt, Singel, Paaerchen, reisen mit der ganzen Familie, alleine, oder sind in Gruppen unterwegs. Wir bekommen eine ganz andere Sichtweise von den Wohnwaegeler oder RV‘lern wie man sie hier in Nordamerika nennt. So sind viele von ihnen ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten oder Jahren unterwegs. Einige erzaehlen uns, dass sie fuer einige Monate eine Auszeit genommen haben von einem gestressten westlichen Leben, andere wiederum waren ihren geregelten Alltag ueberdruessig und haben alles verkauft, ihr sicheres Leben aufgegeben und sind aufgebrochen in noch fremde Kontinente und Laender, um diese und seine Menschen naeher kennenzulernen. Wieder andere sind pensioniert und koennen endlich ihren langersehnten Traum erfuehlen und mit ihren Wohnmobilen herumreisen. Und dann sind da noch die Wohnwaegler die ihr ganzes Leben darin wohnen und von einem Ort zum andern ziehen ohne sesshaft werden zu wollen. Nichts ist Richtig, nichts ist falsch. Es ist nur unterschiedlich und das macht das Leben ja erst richtig interessant. Auf der gesamten Strecke von Alaska durch Kanada werden wir immer wieder von liebenswuerdigen Landsleuten, aber auch vor allem von vielen Deutschen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, angehalten und regelrecht verwoent. Nach so einer Kaffee- und Teepause mit Kuchen oder sogar Schweizer Schokolade ist man dann wieder frisch motiviert und munter fuer die naechsten Huegel die da kommen. Dafuer moechten wir uns an dieser Stell nochmals ganz herzlich bedanken.

Grazia fitg, vile Dank, Merci beaucoup, mille grazie. 😉

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