Tauchende Elche

Eine Autofaehre setzt uns auf der gegenueberliegen Seite des breiten Yukonflusses ab. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stueck in das einst florierende Staedtchen Dawson city, im Yukon Territorium, dass eine Riesenflaeche umfasst und sage und schreibe 11 Mal mal groesser ist als die Schweiz! Das ganze Gebiet ist nach dem Yukon River benannt,

wobei das Wort Yukon in der Sprache der hier ansaessigen indianischen Urbewohner, „grosser Fluss“ bedeuted. Nachdem hier im Jahr 1896 Gold entdeckt wurde, zog der Klondike Goldrausch, auch als Yukon Goldrausch bekannt, Menschen aus allen Teilen der Welt in diese Region. Der Goldrausch hielt nur fuer ein paar Jahre an, aber in dieser Zeit transformierte das ehemalige Indianerdoerfchen in eine floriende Stadt mit ueber 40.000 Einwohner, Stand 1898. Heute ist die Bevoelkerung von Dawson city auf knapp 1400 Menschen geschrumpft, aber trotzdem konnte dieser Ort seinen urspruenglichen Charakter bewahren. Und so pilgern noch Heute jaehrlich Hunderte im Sommer an

diesen Ort, um in den Fluessen der naeheren Umgebung nach dem begehrten Edelmetall zu schuerfen. Wir treffen hier auch wieder Rene und Claudia. Die Beiden haben wir bereits in Chicken, nahe der amerikanisch-kanadischen Grenze kennengelernt. Rene und Claudia wollen heute noch eine Spritztour zum Dempster Highway unternehmen und fragen ob wir mitkommen wollen. Der Dempster Highway fuehrt durch die Arktische Wilderness von Dawson City bis Inuvik. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, denn in dieser abgelegenen Gegend erwartet einen einen eine einzigartige Landschaft.

Nach gut 3 Stunden Fahrzeit kommen wir am „Two Moose“ See vorbei. Nachdem wir bereits auf der Anfahrt zum Demspter Highway zwei Moose sichteten, haben wir auch hier wieder Glueck und ein weiteres mal koennen wir eines dieser grossen Tiere bewundern. Dieses Exemplar steht doch tatsaechlich inmitten des kleinen Sees und taucht seelenruhig nach frischem Gras! Das Moose, auch Eurasian Elch genannt, ist die groesste Spezies in der Familie der Hirsche und ein ausgewachsenes Exemplar wiegt gut und gerne eine halbe Tonne und mehr.

Wenn man ihnen und ihren Jungen zu nahe kommt, koennen die Konsequenzen fatal sein, denn diese Viecher koennen mit ihren langen staksigen Beinen in alle Richtungen ausschlagen. Einheimische erzaehlen uns, das schon Leute von diesen riesigen Viechern zu Tote getrampelt wurden, wenn sie ihre Jungen in Gefahr sehen. Wir bleiben auf alle Faelle auf sicherer Distanz und schauen von der Ferne zu, wie diese Schwergewichter genuesslich ein Bad nehmen im gleichnamigen See. Als wir am naechsten morgen frueh auf den Campingplatz zurueckkehren, herrscht um 4 Uhr morgens immer noch Abend-daemmerung und es faellt einem trotz Muedigkeit schwer, schlafen zu gehen, denn im Sommer wird es in diesen Breiten-graden gar nie richtig finster! Bevor wir unsere Reise Richtung Whitehorse fortsetzen, muessen wir natuerlich noch unser Glueck im ortsansaessigen Non Profit Casino herausfordern. Leider ist uns das Glueck diemal nicht hold und schon bald sind wir unseren Einsatz los. Das ist aber halb so wild, denn der gesamte „Ertrag“ wird der Stadt gespendet, die diese Gelder fuer die Renovation der historischen Gebaeude einsetzt und so hat das Verlieren durchaus seine guten Seiten. 😉

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck, verabschieden wir uns von Rene und Claudia. Der erste Teil von Dawson City nach Whitehorse soll ziemlich eintoenig sein und so wollen wir diesen Abschnitt zuegig abstrampeln. Als wir so vor uns hin radeln, rollt auf einmal neben uns ein roter VW Bus. „Hallo seit ihr auch aus der Schweiz?“  Wir schauen  zur Seite und sehen ein junges Paaerchen das sich aus dem Fenster lehnt und uns angrinst.“ Natuerli!“ antworten wir in Schwitzerdeutsch. Wir stoppen und kommen auch gleich mit Guido und Miriam ins Gespraech. Sie reisen mit Guschti, einem von Guido liebevoll renovierten VW Bus. Sie sind auch schon laenger unterwegs und nach einem angeregten Gespraech, verabreden wir uns am spaeteren Nachmittag im naechsten Dorf. Die Beiden haben in der

Zwischenzeit bereits einen geeigneten Campingplatz fuer die Nacht ausgekundschaftet. Als wir den herrlich an einem Fluss gelegene Plaetz erreichen, hat Guido hat soeben ein Feuer entfacht. Wir goennen uns eine Erfrischung im klaren Fluss und freuen uns auf das Barbeque. Bis in die fruehen Morgenstunden werden Reiseerlebnisse ausgetauscht und dabei erfahren wir, dass Guido mit seinem treuen Guschti schon den ganzen Weg von Suedamerika hoch bis in den Yukon gefahren ist und Miriam seit Mexiko mit von der

Partie ist. Wir verabreden uns noch ein weiteres mal in Whitehorse, wo wir bei strahlendem Sonnenschein, im Freien ein Picknick veranstalten, nur unweit von einem herrlich renovierten Raddampfer. Diese spielten waehrend dem Goldrausch eine wichtige Rolle, denn sie versorgten die Goldsucher mit dem Noetigsten wie Esswaren und Werkzeugen, brachten aber auch privilegierte Gluecksritter, die sich diese kostspielege Passage leisten konnten, zu den begehrten Goldfeldern. Wir setzen unsere Reise Richtung Sueden fort und haben vor entlang dem Cassiar Highway zu radeln.

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