zum grossen Fluss

Der Top of the World Highway ist ein ueber 100 Kilometer langer Highway im kanadischen Territorium Yukon, der an der Grenze zu Alaska in den Taylor Highway uebergeht. Vor dem Bau des Klondike Highways war er die einzige Strassenverbindung nach Dawson City. Die Strasse schlaengelt sich dem Huegelkamm entlangschlang und man hat einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Taeler.

Die Schotterstrasse in das hueglige Gebirge beginnt auch gleich mit einem deftigen  und steilen Aufstieg. Wir strampeln keuchend den Huegel hoch. Begleitet werden wir von einem Schwarm kleiner, aber aeusserst hartnaeckigen Fliegen, die sich durch unsere Schweissausduenstung angezogen, wie verrueckt auf uns stuerzen. Man kommt nicht drum herum und oefters werden die kleinen Biester von uns durch die Nase eingesaugt und ungewollt verschluckt. Es hat in den letzten Tagen viel geregnet und in einigen Passagen wurde die Strasse regelrecht weggespuehlt. Riesige Strassenmaschinen haben die Strasse bereits vom groebsten Schlamm befreit, aber das staendige Auf und Ab bringt uns an die Grenzen unserer Kraefte. Wir sind jetzt nicht mehr weit von der kanadischen Grenze entfernt, doch der letzte Aufstieg hat es in sich und so erreichen wir den Grenzposten voellig erschoepft und gerade noch rechtzeitig, bevor dieser fuer Heute seine Pforten schliesst.

Noch immer ausser Atem, uebergeben wir dem grumeligen amerikanischen Grenzbeamten die gruene Besucherkarte und schieben danach unsere Fahrraeder weiter zum kanadischen Grenzhaeuschen. Der junge Zollbeamte schaut uns ziemlich erstaunt an und fragt uns, ob wir tatsaechlich mit dem vielen Gepaeck den langen Weg hier hinauf gefahren sind.Grinsend und immer noch ausser Puste nicken wir. Er ist beeindruckt von unserer Leistung und so reden wir noch eine Weile ueber das Veloreisen, bevor wir zum offiziellen Teil kommen. Nach den obligaten Fragen, ob wir zum Beispiel Schusswaffen mitfuehren, bekommen wir einen weiteren Stempel in unsere Paesse gedrueckt. Dieser erlaubt uns fuer 6 Monate in Kanada herumzureisen. Liebenswuerdigerweise fuellt der Beamte noch alle unsere Trinkflaschen und wuenscht uns eine gute Reise. Wir sind erstaunt ueber die Freundlichkeit und Lockerheit des jungen Beamten, der im Gegensatz zu seinem amerikanischen Kollegen, auch keine Dienstwaffe traegt. Die Schufterei ist hat aber fuer Heute noch kein Ende, denn der Top ist immer noch nicht erreicht und so erwartet uns zu bereits fortgeschrittener Stunde ein steiler, zum Glueck nicht allzu langer Aufstieg. Wir werden belohnt mit einer rasanten Abfahrt, auf jetzt aspahltierter Strasse, bevor wir einen geeigneten Platz fuer unser Zelt finden. Nach einer warmen Mahlzeit kriechen wir voellig erschoepft in unsere Schlafsaecke. Am naechsten Morgen, die Sonne blinzelt am Horizont, geniessen wir noch etwas verschlafen die grandisoe Aussicht, als eine Herde Caribbos (Rentiere), elegant den Berg heruntklettert und ohne Scheu an uns vorbeizieht. Schnell schnappt sich Robi die Kamera, und knippst was das Zeugs haelt, bis die Gruppe langsam in der Ferne verschwunden ist. Nach dem Fruehstueck setzen wir unsere Fahrt Richtung Dawson city fort und leider endet auch schon bald die Herrlichkeit der asphaltierten Strasse. Wir haben ueberhaupt nichts gegen Schotterpisten, solange es nicht regnet und diese befestigt sind. Aber hier werden wir immer wieder mit steilen Rampen konfrontiert. Das heisst viel Schieberei und in den Abfahrten musst du hoellisch aufpassen, dass dir das Vorderrad nicht auf dem losen Kies wegrutscht!

Dazu gesellt sich der Umstand, dass es hier knochentrocken ist. Das heisst, wir passieren auf dem ganzen Abschnitt keinen Fluss, oder Bach und es lebt hier auch keine Menschenseele, bei der man nach dem kostbaren Nass fragen koennte. Es bleibt uns so nichts uebrig als eines der zahlreichen Wohnmobile anzuhalten, und nach Trinkwasser zu fragen. Gerne sind uns diese wie immer behilflich und wir sind ihnen sehr dankbar dafuer. Am Abend als wir gerade unser Zelt aufbauen, gesellt sich ein Campervan zu uns. Neben Trinkwasser offeriert uns das freundliche Paaerchen genuegend Wasser, so dass es heute Abend sogar zu einer Wassersackdusche reicht. Am naechsten Tag und nach einer langen Abfahrt koennen wir weit unten das erste mal den Yukon fluss, was uebersetzt grosser Fluss bedeuted, erspaehen. In der naechsten Kurve erhaschen wir bereits den ersten Blick auf Dawson city. Schnell haben wir das Flussufer des grossen Stromes erreicht und warten gespannt auf die Faehre, die uns auf die andere Seite, nach Dawson city bringen wird.

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